Interview
Ex-FCK-Spieler: Neuer Job als Nationaltrainer
Herr Dooley, als wir uns vor kurzem zu Ihrem 65. Geburtstag unterhalten haben, waren Sie noch Nationaltrainer im südamerikanischen Guyana. Jetzt plötzlich sind Sie Cheftrainer im asiatischen Bangladesch. Das ging aber schnell ...
Ja, das stimmt. Allerdings hatte ich mit dem Verband in Guayana auch verhandelt, dass ich schnell aus dem Vertrag herauskann, wenn ich etwas finde. In Guayana bin ich immer nur zu den Spielen und einem Trainingslager kurz vorher eingeflogen. Mehr konnten oder wollten sie sich finanziell nicht erlauben – und das war dann sehr viel Fliegerei für mich zwischen Deutschland, meinem anderen Wohnsitz auf den Philippinen und Südamerika. In Bangladesch ist es hingegen ein Ganzjahresjob.
Sie waren ja nicht unerfolgreich im kleinen Guayana.
Ja, vier Spiele – vier Siege. Die Bilanz war schon sehr gut. Die wollten mich schon halten, aber es ging offenbar finanziell nicht. Wenn ich dort noch irgendwo beispielsweise als Technischer Direktor oder so hätte arbeiten können, wäre es gegangen. Aber das ergab sich nicht.
Und in Asien sind Sie durch Ihre vorherigen Engagements in Vietnam, Malaysia und auf den Philippinen kein Unbekannter.
Ja, sie haben sich bei mir gemeldet, und jetzt bin ich dort. Die haben ja seit fast 25 Jahren nichts mehr gewonnen, sind nur Platz 181 in der Weltrangliste. Aber die Rahmenbedingungen sind sehr gut, sie wollen vorankommen. Da kann man etwas machen.
Erster Trip nach Europa
Im Vergleich zu Guayana, wo sie auch Profis aus englischen Ligen hatten – wie schaut Ihr Kader in Bangladesch aus?
Wir haben hier auch Profis – zwei spielen in Kanada, einer in England, die meisten anderen in der heimischen Profiliga. Aber natürlich ist das noch kein Vergleich mit Guayana. Aber es lässt sich was aufbauen.
Und Ihr erstes Spiel führt Sie gleich am Freitag nach San Marino. Wie das?
Unsere Mannschaft hat noch nie in Europa gespielt. Also machen wir das mal. San Marino ist Letzter der Weltrangliste – aber auch deshalb, weil sie meistens gegen starke europäische Mannschaften spielen müssen und daher kaum Punkte sammeln können. Aber irgendwie sollten wir das Spiel schon gewinnen, das wäre schon ganz gut.
