1. FC Kaiserslautern
Die Sache mit FCK-Stürmer Ache
Die innere Gefühlswelt ist äußerlich nicht zu deuten. Ragnar Ache läuft an diesem Dienstag gegen 15.06 Uhr gemütlich auf den Trainingsplatz direkt neben dem Fritz-Walter-Stadion. Der umworbene Stürmer des 1. FC Kaiserslautern plaudert mit Abwehrspieler Jannis Heuer. Mit den Medien durfte Ache gestern nicht reden.
Der Transfer des 26 Jahre alten Stürmers zum italienischen Erstligisten Como 1907 ist am Montag gescheitert. Angeblich war Como bereit, zehn Millionen Euro zu zahlen. Warum der Wechsel am Ende tatsächlich platzte, wissen die direkt daran beteiligten Personen.
So wärmte sich Ache zunächst mit der Mannschaft auf Platz zwei am Stadion auf, um dann die taktischen Übungen auf Platz vier zu absolvieren. Ache ließ sich nicht hängen. Er leitete im Spiel einen Angriff ein und vollendete diesen mit einem Tor. „Für Ragnar ist es vielleicht schade, aber man muss immer alle Perspektiven sehen“, sagt Lauterns Offensivspieler Daniel Hanslik: „Insgesamt ist es jetzt so gekommen. Er wird 100 Prozent geben und er wird uns auch definitiv weiterhelfen. Er wird viele Tore schießen, und dafür arbeitet er immer sehr intensiv. Von daher freue ich mich sehr, dass er hiergeblieben ist und dass er uns alle weiterhin mit seinem Fußball erfreuen wird.“
Ache erzielt alle 88 Minuten ein Tor
Ache, Hanslik und Daisuke Yokota sind das magische Dreieck des 1. FC Kaiserslautern. Sie haben zusammen 16 der 38 Tore in dieser Saison erzielt – Ache zehn, Hanslik sechs und Yokota drei. Ache trifft alle 88 Minuten, Hanslik alle 244 und Yokota alle 375 Minuten. Beinahe wäre das Erfolgstrio gesprengt worden. Den letzten Transfertag am Montag verfolgte Daniel Hanslik daher mit Interesse. „Ich finde es immer relativ spannend, weil auch dieses Jahr in der Transferperiode sehr wenig nach außen gedrungen ist. Es gab eigentlich kaum Gerüchte, die dann zugetroffen haben“, sagt er. Die Verschwiegenheit ist ein Markenzeichen von FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen. „Es ist natürlich Fluch und Segen zugleich. Man will, dass Ragy hier bleibt, andererseits würde man ihm auch den Schritt in eine andere Liga gönnen, wo es dann noch mal anders zugeht, wo er andere Erfahrungen sammeln könnte“, sagt Hanslik: „ Aber ja, so eine Deadline ist schon spannend, mehr auch nicht. Durch das Handy ist es unvermeidlich, dass man an so einem Tag alle Dinge mitbekommt.“
Daniel Hanslik ist in der Mannschaft ein hoch angesehener Spieler. Sein Wort hat Gewicht. In dieser Saison trommelte der 28-Jährige in manchen Partien die Mitspieler zusammen, um sie im Kreis auf dem Spielfeld noch einmal zu sensibilisieren. Das wird am Samstag bei Hertha BSC (20.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) möglicherweise wieder der Fall sein. Denn Chefcoach Markus Anfang ist für die Partie in Berlin wegen seiner Roten Karte am Sonntag gegen Preußen Münster vom Deutschen Fußball-Bund gesperrt worden. Er darf von 20 Uhr bis 30 Minuten nach Abpfiff der Begegnung keinen Kontakt mit der Mannschaft haben. „Wir bereiten uns die ganze Woche so auf den Gegner vor, dass wir für alle Eventualitäten gewappnet sind. Vielleicht ist es manchmal – abhängig vom Trainertypen und beispielsweise dessen Emotionalität – möglich, dass dann ein bisschen was fehlt“, sagt Hanslik: „Dafür sind wir genug Leute im Trainerteam sowie in der Mannschaft, dass wir das in der Gemeinschaft auffangen können. Deswegen wird es für uns nicht zum Nachteil.“
Was der FCK mit dem FC Bayern gemeinsam hat
Vom Papier her ist Kaiserslautern am Samstag im Vorteil. Der FCK ist zusammen mit dem FC Bayern München die einzige Mannschaft, die 2025 alle drei Spiele in ihren Ligen gewonnen hat. Dagegen hinkt Berlin seinen Ansprüchen hinterher. Die Hertha belegt in der Heimtabelle den vorletzten Platz. In neun Heimspielen holte Berlin erst sieben Punkte. „Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir in der Favoritenrolle sind“, sagt Hanslik: „Es ist ein klassisches Fifty-Fifty-Spiel. Ich glaube, in solchen Spielen ist oft auch die Tagesform entscheidend. Die Frage ist: Wie schlägt dieses Momentum, das wir aktuell ganz gut nutzen, aus? Aber die Art und Weise, wie wir auftreten, ist aktuell unsere stärkste Waffe.“
In den ersten drei Partien funktionierte dies auch mit Ache als Edeljoker. In Fürth traf Ache zum 4:2, nachdem er eingewechselt worden war. Am Sonntag gegen Münster saß Ache zunächst auf der Bank. Später leitete er den Konter zum 2:1 ein. Für den FCK ist es sportlich daher ein Gewinn, dass der Transfer von Ache platzte.
