1. FC Kaiserslautern
Der FCK und die Unruhegefahr
Beim 1. FC Kaiserslautern herrscht derzeit alles andere als Alarmstimmung. Die Mannschaft ist mit zwei Siegen in die Rückrunde der Zweiten Fußball-Bundesliga gestartet und mit aktuell 32 Punkten in der Spitzengruppe. Doch gestern Mittag gegen 13.30 Uhr heulten die Sirenen im Fritz-Walter-Stadion. Der Betze brannte aber nicht. Der Feueralarm entpuppte sich 20 Minuten später als Fehlalarm. Bei FCK-Trainer Markus Anfang schrillen angesichts des kommendes Gegners, dem SC Preußen Münster (Sonntag, 13.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de), nicht die Alarmglocken, doch Anfang ist ob der bislang sehr guten Saison gewarnt, die der Aufsteiger spielt.
Preußen Münster hat die zurückliegenden vier Spiele nicht verloren. Trainer Sascha Hildmann, der von 2018 bis 2019 beim FCK Chefcoach war, will offensiv spielen lassen. Kommt das dem FCK entgegen?
Münster sei ein schwer zu bespielendes Team, sagt Markus Anfang. Man müsse sie weit weg vom eigenen Tor halten, da sie gefährlich bei Standards seien. „Wir wollen unseren Weg, den wir eingeschlagen haben, fortsetzen“, sagt Anfang, verhehlt aber nicht, dass der FCK das Spielglück, das sogenannte Momentum, zuletzt auf seiner Seite hatte. „Wir müssen das Stadion gefühlt anzünden, aber das liegt an uns. Das wird nicht mit schönem Fußball, das wird mit Leidenschaft, mit Mentalität und mit viel Herz sein.“
Ist Markus Anfang mit den Winterzugängen zufrieden?
Die vier Zugänge – Torwart Simon Simoni (21), Abwehrspieler Maximilian Bauer (24), Offensivmann Faride Alidou (23) und Stürmer Grant Ranos (21) – passen in die Vorstellungen von Anfang. In Bauer habe der FCK einen sehr guten Ersatz für Boris Tomiak gefunden, der zu Hannover 96 ging. Bei Alidou sei es wichtig, dass der FCK ihn fest verpflichtet habe.
Sind für Anfang die Transferaktivitäten abgeschlossen?
Nein. Er schließt nicht aus, dass den FCK der ein oder andere Spieler noch verlassen wird. Die Möglichkeit, im sogenannten Wintertransfer-Fenster noch zu wechseln, besteht bis Montag, 20 Uhr. „Ich weiß nicht, welche Spieler sich dazu entscheiden, einen anderen Weg einzuschlagen“, sagt Anfang. Mit anderen Worten: Der FCK wird wohl nur dann einen weiteren Spieler verpflichten, wenn zuvor Akteure den Klub verlassen.
Wird der Kader noch verkleinert? Aktuell hat der FCK 34 Spieler im Aufgebot. Neal Gibs muss bei Abschlussspielen im Training immer vorzeitig in die Kabine. Droht dieses Schicksal anderen Profis auch?
Ja, das blüht einigen Spielern. Bei taktischen Abläufen wird nicht jeder Profi berücksichtigt werden können, denn das Trainerteam müsse sich um jene Akteure verstärkt kümmern, die am Wochenende spielen und die in der Lage seien, die Partie zu gewinnen. Das sei die Aufgabe der Trainer. Anfang weiß jedoch, dass dies nicht optimal für jene Spieler ist, die künftig eine untergeordnete Rolle spielen. „Wir schauen daher unter der Woche, dass wir bei Spielformen alle mit einbeziehen“, sagt Anfang.
Wer sind mögliche Kandidaten, die den FCK verlassen könnten?
Da wäre Dickson Abiama. Er stand elf Mal in Folge nicht mehr im Kader. Philipp Klement wurde die vergangenen beiden Partien nicht mehr berücksichtig. Sein Vertrag endet im Sommer, wie auch der von Jean Zimmer. Aaron Opoku wollte den FCK schon diesen Winter verlassen – angeblich in die US-amerikanische Liga. Richmond Tachie kommt über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht mehr hinaus. An ihm soll vor der Saison ZSKA Sofia interessiert gewesen sen. Anfang betont, dass mit potenziellen Abgangskandidaten gesprochen worden sei: „Jeder weiß, wie seine Situation ist.“
Welche Ziele werden mit den Winterzugängen verfolgt?
„Wir wollen besser werden“, sagt FCK-Trainer Anfang. Er erhofft sich, dass die Winterzugänge die Mannschaft voranbringen. Die Platzierung spielt für Anfang offiziell keine Rolle. Aber die Transfers senden durchaus das Signal aus, dass der Blick in Richtung Tabellenspitze geht, anstelle eines Mittelfeldplatzes. Doch von Aufstieg spricht offiziell (noch) niemand. Kapitän Marlon Ritter erinnert daran, woher der FCK kommt. In dieser engen und ausgeglichenen Zweiten Bundesliga sei eine Prognose schwierig. Es bringe nichts, sich einzureden, dass der FCK aufsteigen wolle.
Es wird Härtefallentscheidungen geben. Erwartet Anfang möglicherweise Unruhe und wie will er die Situation moderieren?
Entspannt bewertet Anfang die Situation nicht. Er weiß, dass er als Trainer nun viele Gespräche führen und Spieler bei Laune halten muss. „Ich kann aber nicht allen Spielern die Spielzeit geben. Das müssen die Jungs verstehen“, sagt Anfang: „Jeder bekam die Chance, sich zu beweisen. Jeder, der hierbleibt, wird so behandelt, dass er sich weiterentwickeln kann.“ Der FCK wolle daher versuchen, unter der Woche Testspiele zu vereinbaren, damit die Profis, die selten oder nicht mehr spielen, Spielpraxis bekommen.
