1. FC Kaiserslautern
Das limitierte Rennen um die Pole Position hinten rechts: Frank Ronstadt liegt vorne
Markus Anfang ist nicht zimperlich. Der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern streicht schon einmal Spieler aus der Startelf, die bei seinen Vorgängern einen Bonus hatten. Anfang orientiert sich bei der Wahl für die elf Spieler für die Startelf stark am Leistungsprinzip. Mehr noch als Dirk Schuster, Dimitrios Grammozis oder Friedhelm Funkel.
Das setzt aber voraus, dass Anfang alle Spieler zur Verfügung stehen. Das war diese Saison bislang nicht der Fall. Immer wieder fallen Spieler aus, sei es, weil sie verletzt, erkrankt oder gesperrt sind. Schon am neunten Spieltag hatten alle Feldspieler, meist notgedrungen, Einsatzzeiten bekommen.
Kein Konkurrenzkampf auf einer Position
Dabei ist ein gesunder Konkurrenzkampf die Basis dafür, dass im Training ein hohes Niveau vorhanden ist, dadurch die Intensität hoch ist und sich die Profis schließlich weiterentwickeln. Dieser Idealzustand war für Anfang (50) seit seinem Amtsantritt nur ein Wunschdenken. Besonders auf der Position des rechten Verteidigers fiel der Konkurrenzkampf aus. Ex-Kapitän Jean Zimmer, Frank Ronstadt und Sommerzugang Jan Gyamerah sind für die rechte Abwehrseite vorgesehen.
Doch Jan Gyamerah, der erst Ende Juli zum FCK stieß, verpasste bei seinem ehemaligen Verein, dem 1. FC Nürnberg, die Vorbereitung. Rückenschmerzen plagten ihn. Der Ex-Kapitän des FCN benötigte daher Zeit, um den Fitness-Rückstand aufzuholen. Dann aber warf ihn eine Oberschenkelverletzung zurück und zuletzt eine Erkältung. Laut Anfang ist Gyamerah in einem Zustand, um von Beginn an spielen zu können – allerdings mit gewissen Einschränkungen. „Du weißt, dass du dann wahrscheinlich auf der Position im Laufe des Spiels, je nach Intensität, reagieren musst. Die Frage ist daher immer die, wen Du sonst noch aufstellst und wie viel Spielraum man dann noch hat. Das sind eigentlich immer so Themen, die wir dann haben“, sagt Anfang. 502 Spielminuten absolvierte der 29 Jahre alte Gyamerah in dieser Hinrunde. Das sind mehr als Jean Zimmer (389) und Frank Ronstadt (488).
Fragezeichen hinter Jean Zimmer
Bei Zimmer ist offen, wann er nach seinen Rückenproblemen wieder ins volle Mannschaftstraining hinzustößt. „Er absolviert aktuell noch sein Reha-Programm und soll hoffentlich diese Woche Teile des Mannschaftstrainings mitmachen können“, sagt Anfang: „Das liegt aber auch immer am Verlauf der Reha. Ein kleiner Rückschlag kann bedeuten, dass er noch ein paar Wochen länger braucht. Das ist schwer absehbar. Aber ich hoffe, dass er es schafft, dass er einigermaßen fit in den Urlaub gehen kann, damit er auch mit einem guten Gefühl zurückkommen kann und damit er dann auch direkt angreifen kann in der Vorbereitung.“ Worte, die eher nach Durchhalteparolen, denn nach einer baldigen Rückkehr klingen.
Dabei sah es für Zimmer vielversprechend aus. Er hatte die ersten drei Partien in der Startelf gestanden, ehe der 31-Jährige in den darauffolgenden fünf Partien nur zu einer Einsatzminute kam. Doch gegen Paderborn und in Düsseldorf trug der Ex-Kapitän zum Umschwung bei. Dann schlugen die Rückenprobleme zu.
Es war die Gelegenheit für Frank Ronstadt. Er gehört seit dem Magdeburg-Spiel der Stammformation an. „Er spielt die letzten Wochen konstant, trainiert auch recht konstant. Aber nach der Vorbereitungsphase ist er lange ausgefallen, so dass er eigentlich eine komplett neue Vorbereitung für sich machen musste. Das war schon ein bisschen schwierig“, sagt Anfang zu Ronstadt.
Wird der FCK auf dem Transfermarkt aktiv?
Der FCK-Coach hat auf dieser Position keinen Idealzustand. Soll der Verein daher in der Winterpause nachbessern? „Das ist ja immer die Krux. Für die Position hast du grundsätzlich drei Spieler zur Verfügung. Wenn die jetzt alle fit sind, brauchen wir auf der Position keinen vierten Spieler. Das ist aktuell schwierig zu bewerten“, sagt Anfang: „Wir können auch mit Richie über die Position spielen, dann aber mit offensiverer Ausrichtung.“
Das ist doch eher eine unwahrscheinliche Variante. Tachie kommt unter Anfang nicht über die Rolle des Ersatzspielers hinaus. Vor der Saison gab es offenbar ein Angebot für den Offensivspieler, doch der FCK lehnte ab. „Grundsätzlich wäre es natürlich gut, wenn wir immer alle Spieler zur Verfügung hätten“, sagt Anfang: „Es ist schon eine Thematik bei uns. Auf dieser Position haben wir permanent keine Konstante.“
