FCK-Kolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Böhms Betze: Der FCK und ein denkwürdiges Spiel im Mai 1953

Der damalige Bundestrainer Sepp herberger schaute genau hin – und lobte den Kieler Auftritt.
Der damalige Bundestrainer Sepp herberger schaute genau hin – und lobte den Kieler Auftritt.

Holstein Kiel, ein Gast ohne Historie? Das darf man getrost verneinen.

Wenn Holstein Kiel an diesem Sonntag auf dem Betzenberg gastiert, riecht das für manch einen Fan weniger nach großer weiter Fußballwelt, als würden der Hamburger SV oder der 1. FC Köln in Kaiserslautern aufspielen. Man kann diese Gedanken verstehen. Kleineres Stadion, kleinere Fanbase, nie Bundesligist gewesen, kein Titel. Ergo: keine Historie, im Unterschied zu den genannten Klubs oder den Mannschaften aus Berlin, Gelsenkirchen, Nürnberg, Karlsruhe, die sich sonst noch in der Zweiten Liga tummeln. Erstmals seit Langem, so steht zu vermuten, werden bei einem Heimspiel des FCK weniger als 40.000 Besucher die Tribünen der Arena säumen. Der KSV und „großer“ Fußball, das scheint nicht zueinander zu passen. Allerdings sollte man den Klub von der Förde nicht geringschätzen. Um dies zu unterfüttern, hilft ein Blick in die Chroniken des deutschen Fußballs.

Das Lob des Sepp Herberger

Vor 80 Jahren standen die „Störche“ letztmals in einer Endrunde um die deutsche Meisterschaft, und sie maßen sich dabei unter anderem mit dem 1. FC Kaiserslautern. Es war die sportlich erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte nach dem Titelgewinn 1912 und den Vizemeisterschaften 1910 und 1930. Holstein zählte 1953 zu den acht besten Teams der Republik. Das Auftaktspiel der Finalrunde am 3. Mai vor 50.000 Zuschauern im Ludwigshafener Südweststadion war denkwürdig. Die in jenem Jahr zu Meisterehren kommende Walter-Elf, mit Nationalspielern gespickt, siegte 2:1, den Lorbeer von höchster Stelle aber erntete der KSV, den Bundestrainer Sepp Herberger für seinen Stil rühmte: „Holstein hat mir in Ludwigshafen großartig gefallen. Die Kieler haben weit schöner gespielt als die Lauterer – aber eben auch erfolgloser.“ Tja nun, es ist ja nicht so, als ob Widersachern der Roten Teufel das über mehrere Generationen hinweg nicht immer wieder zuteil geworden wäre. Ob der Bessere an diesem Sonntag tatsächlich gewinnt? Der Bundestrainer wird nicht vor Ort sein ...

Unser Autor

Andreas Böhm, 56, war einst Fan der Generation „Willst du bequem nach Hause laufen, musst du Roschy-Schuhe kaufen“. Seit 1995 ist er zum Glück der journalistischen Neutralität verpflichtet; seit 2013 FCK-Reporter für diese Zeitung.

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