Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel RNV plant neue Straßenbahnhaltestelle am Ludwigsplatz

So stellen sich die Planer die neue Haltestelle am Ludwigsplatz vor.
So stellen sich die Planer die neue Haltestelle am Ludwigsplatz vor.

Im Kontext des Neubaus der Helmut-Kohl-Allee soll die unterirdische Straßenbahnhaltestelle Rathaus neben die alten Platanen und einen denkmalgeschützten Pavillon auf den Ludwigsplatz verlegt werden. Dagegen regt sich Protest.

Der Punkt „Verlegung der Haltestelle Rathaus im Zuge des Neubaus der Helmut-Kohl-Allee (B44)“ stand am Dienstagabend ganz oben auf der Tagesordnung des Ortsbeirats Südliche Innenstadt in der Aula der Berufsschule in der Mundenheimer Straße. Unterlagen zu dem Projekt waren vorab nicht für die Mitglieder des Gremiums hinterlegt worden. Aber Carlos Abril, Eisenbahnbetriebsleiter und Projektleiter Infrastrukturplanung bei der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV), erläuterte das Vorhaben mit eindrücklichen Visualisierungen.

Im Zuge des Neubaus der Helmut-Kohl-Allee sei für die Stadtbahn eine neue Trassenführung im Bereich des ehemaligen Rathaus-Centers zwischen Ludwigsplatz und südlich der Haltestelle Hemshof (Richtung Oppau) beziehungsweise der Kurt-Schumacher-Brücke (Richtung Mannheim) notwendig, sagte Abril. Bei der Trassenverlegung plane die RNV eine neue Haltestelle als Ersatz für die Haltestelle Rathaus. Und zwar am Rand des Ludwigsplatzes neben dem Restaurant „Casa di Laul“. Die alten Platanen auf dem Areal sollen erhalten werden.

Weniger Aufwand, niedrigere Kosten

Für die Verlegung gebe es gute Gründe, wie der Fachmann erläuterte: Durch den neuen Haltepunkt auf dem Ludwigsplatz könnten erhebliche Kosten für die Herstellung, den Betrieb und die Instandhaltung eingespart werden. Denn zur Überbrückung der Höhenunterschiede im Bereich des Rathaus-Centers wären umfangreiche und teure Rampenbauwerke sowie Aufzüge notwendig. Diese Auflage aus dem Planfeststellungsbeschluss sei bisher noch nicht in den Plänen dargestellt. Ferner seien eine verstärkte Beleuchtung und Videoüberwachung sowie Sonderlösungen für die Anbindung der elektrischen Anlagen aufgrund der engen Platzverhältnisse abzusehen.

Der denkmalgeschützte Pavillon eines Restaurants samt Terrasse grenzt direkt an die geplante Haltestelle an.
Der denkmalgeschützte Pavillon eines Restaurants samt Terrasse grenzt direkt an die geplante Haltestelle an.

Als Vorteile des neuen Haltepunkts nannte der RNV-Sprecher eine bessere Erreichbarkeit , zudem sei eine dichtere Zugfolge möglich. Die aufwendigen Rampenbauwerke und Aufzüge könnten aufgrund des ebenerdigen Zugangs am Ludwigsplatz entfallen. Die Baukosten könnten gemäß einer groben Schätzung um rund sieben Millionen Euro reduziert werden, und die jährlichen Instandhaltungs- und Betriebskosten würden sich um etwa 680.000 Euro verringern. Weitere Pluspunkte sieht Abril in der zentralen Lage und der besseren Erschließung von Rhein-Galerie, Ludwigsplatz und Bahnhofstraße. Ein barrierefreier Ausbau der nächsten Haltestelle Ludwigstraße sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich, ergänzte der Experte.

„Sind kreuzunglücklich“

Der Ortsbeirat Süd verweigerte dem Vorhaben seine Zustimmung. Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU) betonte, dass der Ludwigsplatz mit seiner einmaligen Aufenthaltsqualität nicht geopfert werden dürfe. „Wir sind alle kreuzunglücklich mit diesen Plänen.“ Ein Betonband, das mitten über den Platz geführt werde, sei ein massiver Eingriff. Daher fordert der Ortsbeirat, dass das Bauwerk entweder deutlich kleiner geplant werden oder die Haltestelle an einen anderen Standort verlegt werden müsse.

Termin

Schon am Montag, 28. Oktober, wird sich der Bau- und Grundstücksausschuss ab 15 Uhr im Pfalzbau mit den RNV-Plänen befassen. Für die Sitzung sind umfangreiche Unterlagen im öffentlichen Ratsinformationssystem samt Visualisierungen für alle Interessierten eingestellt.

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