Ludwigshafen Rathaus-Haltestelle ist jetzt barrierefrei

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Lange hat’s gedauert – gestern sind die beiden neuen Aufzüge an der Straßenbahn-Haltestelle im Rathaus-Center ihrer Bestimmung übergeben worden. Damit ist neben den Haltestellen am Berliner Platz auch dieser ÖPNV-Knotenpunkt endlich barrierefrei erreichbar.

Baudezernent Klaus Dillinger (CDU) sprach dann auch von einem „Ereignis“ für die Stadt, das Rathaus-Center und den Öffentlichen Personen-Nahverkehr, Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU) sogar von einem „Wunder“, die, wenn sie denn überhaupt geschehen, immer etwas länger dauerten. Verstehen konnte das nur, wer die sehr, sehr lange Vorgeschichte des Aufzugeinbaus kennt. Und die geht so: Schon bald nach Eröffnung des Rathauses Ende der 1970er Jahre wünschten sich viele Bürger, dass die unterirdische Straßenbahn-Haltestelle doch für Ältere, Behinderte oder Eltern mit Kinderwagen einfacher erreichbar sein möge. Dennoch dauerte es bis 2008, bis die Stadt sich des Themas Barrierefreiheit an diesem innerstädtischen ÖPNV-Knotenpunkt erstmals annahm. Als die Arbeiten – der Einbau eines Personenaufzugs an jedem der beiden Bahnsteige – angegangen werden sollten, legte die Aufsichtsbehörde wegen der klammen Finanzlage der Stadt ihr Veto gegen das knapp 800.000 Euro teure Bauvorhaben ein. Bewegung kam erst wieder in die Sache, als das Land zusagte, 85 Prozent der Kosten zu übernehmen. Dann aber fand die Stadt in zwei Ausschreibungen kein Unternehmen, das die Arbeiten zu diesen Kosten hätte bewältigen können beziehungsweise wollen. Erst ein dritter Anlauf, bei dem die Stadt gezielt Firmen ansprach, war erfolgreich. Vor rund einem Jahr wurde also mit den Arbeiten begonnen, geplante Bauzeit: etwa ein halbes Jahr. Dann aber traten Probleme während des Umbaus der Haltestelle auf. Laut Stadt waren Bewehrungen nicht dort, wo sie im Bauplan verzeichnet waren, was Umplanungen zur Folge gehabt hätte. Zudem geriet das Unternehmen, das für die Aufzüge zuständig war, zwischenzeitlich ins Hintertreffen, angeblich, weil es Schwierigkeiten mit einem Subunternehmen hatte. So dauerte es letztlich ein ganzes Jahr, die Haltestelle im Rathaus-Center umzurüsten, währenddessen der Betrieb weiterlief. Der Knotenpunkt wird von drei Straßenbahnlinien angefahren und werktags von rund 10.000 Fahrgästen frequentiert. Und letztlich – wer hätte es gedacht – wurde die ganze Sache auch ein wenig teurer. Von Gesamtkosten von 1,18 Millionen Euro war gestern die Rede. Laut Ministerialdirigent Lothar Kaufmann vom Mainzer Innenministerium hat das Land bislang 622.000 Euro Zuschuss bewilligt. Weil das aber noch nicht der Höhe des zugesagten Prozentsatzes entspricht, werde es wohl noch einen „Nachschlag“ geben. Und da die Verkehrsbetriebe Ludwigshafen (VBL) sich ihrerseits mit 110.000 Euro beteiligen, muss die Stadt letztlich noch rund 210.000 Euro selbst bezahlen.

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