Hinzweiler
Nach Polizeieinsatz: MSS-Party-Mitorganisatorin sehr enttäuscht
„Meine Oma hat’s heute Morgen im Radio gehört und sich gleich gemeldet“, sagt Emilia Haag aus Offenbach-Hundheim. Außerdem hätten Bekannte nachgefragt. „Die Leute verstehen das so, als wenn Schüler aus unserer Stufe oder von unserer Schule an der Schlägerei beteiligt gewesen wären. Das war aber nicht so.“ Laut Mitteilung der Polizei war die Party in Hinzweiler nach einer Gruppenschlägerei beendet worden.
Die Schülerin des Veldenz-Gymnasiums in Lauterecken (VGL) bildet mit zwei Freunden das Organisationsteam der MSS-Party. Es war die erste Oberstufen-Fete, die die „Zwölfer“ auf die Beine gestellt haben, sagt Haag: „Wir planen das schon seit Ende Februar, Anfang März. Die Suche nach einer passenden Halle war gar nicht so einfach.“ Denn in vielen Dörfern seien Musikveranstaltungen der Lautstärke wegen schwierig, andere Hallen seien schlicht zu groß. „Und wir wollten etwas finden, was für uns gut erreichbar ist“, erläutert die 18-Jährige, „Hinzweiler hat da super gepasst.“
Erster Stimmungsdämpfer kurz nach Mitternacht
Gut 120 Gäste seien am Samstag zum Feiern in die Königslandhalle gekommen. Längst nicht nur Schüler des VGL, wie Haag betont: „Es waren viele Besucher da, die wir nicht gekannt haben.“ Vorwiegend Volljährige, dazu einige Jüngere mit sogenanntem Mutti-Zettel. Damit, der Vordruck ist im Internet zu finden, dürfen auch Minderjährige länger ausgehen. Ein junger Mann habe sich mit einem falschen Dokument Zutritt verschafft, was den Veranstaltern aufgefallen sei. Haag: „Er war in Begleitung und die Gruppe ist bekannt dafür, aggressiv aufzutreten.“ Dennoch habe man ihn kurz nach Mitternacht angesprochen. Weil er und seine Begleiter keine Einsicht zeigten, wurde dem Trio ein Hausverbot erteilt. Letztlich habe die Polizei dazugerufen werden müssen. „Die drei waren verbal sehr aggressiv und wir wollten es nicht drauf ankommen lassen“, begründet Haag.
Das war der erste Dämpfer für die Stimmung in der Halle. „Wir haben gedacht, dass sich nun alles beruhigt“, sagt die Schülerin, die sich, nach den Gesprächen endlich ihrem eigentlichen Ausschank-Dienst in der Bar widmen wollte. Lange stand sie jedoch nicht hinterm Tresen: „Kurz nach 2 Uhr haben wir mitbekommen, dass sich vor der Halle zwei Gruppen geprügelt haben. Wer schlichten wollte, hat auch etwas abbekommen.“ Die Situation sei eskaliert. Haag: „Wir haben alle Unbeteiligten in die Halle geholt und uns eingesperrt. Alle hatten Angst.“ Deshalb sei die Polizei erneut gerufen worden.
Gegen 3 Uhr war dann endgültig Schluss
Laut Haag kannten sich die beiden Streitparteien untereinander. Noch in der Nacht habe die Polizei die Personalien der Beteiligten aufgenommen und ein Video gesichert. „Danach war uns nicht mehr zum Feiern“, sagt die Zwölftklässlerin. Gemeinsam mit Polizeibeamten sei die Halle geräumt und anschließend abgeschlossen worden. „Gegen 3 Uhr war Schluss. Das war ja auch keine Party mehr, die Spaß gemacht hat. “
Wäre ein professioneller Sicherheitsdienst sinnvoll gewesen? Im ersten Fall vielleicht, sagt Haag: „Die hätten mit dem Minderjährigen bestimmt nicht so viele Worte gemacht. Aber bei der Gruppenschlägerei wären die bestimmt auch nicht dazwischen gegangen.“ Nicht zu unterschätzen sei außerdem der Kostenfaktor: Wenn neben Getränken, Hallenmiete, Strom und Wasser, Werbung und Musik auch noch Security-Mitarbeiter zu bezahlen sind, „dann bleibt ja für den Abiball nichts mehr hängen“.
Alternative Geldquellen für den Abiball gesucht
Jetzt suche man nach Alternativen, um Geld für die Feier im Frühjahr 2025 zu sammeln. Zumindest im Moment sei an eine Neuauflage nicht zu denken. „Das ist voll schade, weil die MSS-Partys der VGL-Oberstufe immer sehr beliebt sind. Außerdem hat uns die Planung viel Spaß gemacht.“ Haag und ihre Mitschüler ärgern sich, dass ihre ganze Stufe nun pauschal in ein falsches Licht gerückt wird: „Was hätten wir machen sollen? Leute vorher nicht reinlassen? Wir wollten ja, dass alle auf unserer Party eine gute Zeit haben.“ Sie verstehe nicht, „wie man sich so verhalten kann, und eine Party mutwillig kaputtmacht“.