Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt macht Angebot: Im Kurzzeitladen Ideen ausprobieren

Wirtschaftsförderin Anne Kraft, Spielwarenhändlerin Sandra Cleemann, Citymanagerin Petra Stricker und OB Marold Wosnitza (von li
Wirtschaftsförderin Anne Kraft, Spielwarenhändlerin Sandra Cleemann, Citymanagerin Petra Stricker und OB Marold Wosnitza (von links) stellten den Raum für die neuen Kurzzeitläden vor.

Ideen ausprobieren – ohne großen Aufwand, lange Verpflichtungen und hohe Kosten. Das können (Jung-)Unternehmer in der Fußgängerzone. Den Auftakt macht jemand sehr Bekanntes.

„Lollipop“ heißt der erste Kurzzeitladen in den Räumen der früheren Hypovereinsbank in der Fußgängerzone. Der Name ist eine Anspielung auf den englischen Begriff für solche Geschäfte: Pop-up-Stores heißen sie, und der Name beschreibt die Idee: Die Läden ploppen auf, für kurze Zeit, dann verschwinden sie wieder. Der Gedanke dahinter: Ladenbesitzer können ohne großen Aufwand, ohne lange Verpflichtungen und ohne hohe Kosten ausprobieren, ob ihr Konzept funktioniert.

Das will nun auch Sandra Cleemann, die Inhaberin des Spielwarenladens schräg gegenüber und gleichzeitig Vorsitzende der Händlervereinigung Gemeinsamhandel. Ab Freitag und bis Ende Februar bietet sie in dem Pop-up-Laden Faschingsartikel an. Ihr Spielwarenladen sei relativ klein, und wenn an Halloween oder Fasching zu den Spielsachen noch Verkleidungen hinzukommen, müsse man immer schieben. „Hier können wir die Ware gescheit präsentieren“, erklärte sie am Dienstagmittag, warum sie sich entschlossen hat, als erste Mieterin den neuen Laden auszuprobieren.

Vom Kaffeeröster bis zum Lampenladen

Dass eine bekannte Zweibrücker Händlerin den Auftakt macht, heiße nicht, dass sich sonst keine Interessenten fanden, versicherten Oberbürgermeister (OB) Marold Wosnitza und die Leiterin der Zweibrücker Wirtschaftsförderung, Anne Kraft. Man steige jetzt erst in die Vermarktung ein, und mit dem ersten Laden sollen die Interessenten auch sehen können, wie das Ganze vor Ort aussieht. Der OB kann sich viele mögliche Mieter vorstellen, vom Kaffeeröster bis zum Lampenladen. „Ich in sicher, dass es ganz viele Menschen gibt, die ausprobieren wollen, ob ihre Idee in Zweibrücken funktioniert.“

Diese Zuversicht teilt City-Managerin Petra Stricker, die ebenfalls mithelfen möchte, mögliche Anbieter zu finden. Sie denkt dabei nicht nur an junge Unternehmer, die neu einsteigen: „Es gibt auch viele von außerhalb, die bestimmt Lust haben, sich hier zu präsentieren.“ Das könnten beispielsweise Zweibrücker Firmen sein, die schauen möchten, ob sich ein Engagement in der Innenstadt lohnt, aber auch Unternehmen, die sehen wollen, ob ihr Geschäft auch in Zweibrücken ankommt.

Die Miete kostet 55 Euro pro Woche

Wer sich mit einem Kurzzeitladen im Eckhaus an der Mühlstraße ausprobieren möchte, kann sich bei Wirtschaftsförderin Anne Kraft melden – „mit einem aussagefähigen Konzept“, wie sie betonte. „Da muss schon mehr drinstehen als ,Hallo, hier bin ich’“, sagte sie. 45 Quadratmeter hat der Laden im Erdgeschoss, er lässt sich auch unterteilen, so dass zwei Läden Platz finden. Die Miete kostet 55 Euro pro Woche, darin sind alle Nebenkosten enthalten. Die Mietdauer liegt zwischen zwei und zwölf Wochen, wobei Anne Kraft sagte: „Man kann über alles reden.“ Ziel ist jedoch, dass die Läden nach einer erfolgreichen Testphase in feste Geschäfte umziehen. Das Citymanagement wäre dann behilflich bei der Suche nach geeigneten Räumen.

Wobei sogar die ehemalige Bankfiliale zum festen Laden werden könnte: „Wenn das hier irgendwann ein potenzieller Mieter übernehmen will, werden wir uns verabschieden“, versicherte OB Wosnitza. Denn die Stadt hat die Fläche von der Gewobau gemietet und vermietet sie weiter – mit finanzieller Hilfe des Vereins Zukunftsregion Westpfalz.

Stadt mietet auch den zweiten Stock

Den zweiten Stock mietet die Stadt ebenfalls. Dort hat die Wirtschaftsförderung ihre Büros, und sowohl die Citymanagerin als auch der Gemeinsamhandel nutzen die Räume. Zusätzlich kommt noch ein neuer Innenstadtkoordinator, ein Mitarbeiter des Speyerer Stadtberatungsbüros Dr. Fries, das bereits in den Breitwiesen aktiv ist und den Auftrag hat, die Innenstadt zu beleben.

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