Klingenmünster
Pfalzklinikum errichtet Tiny Häuser für Mitarbeiter
Holzliegen, ein Pavillon mit Sitzbänken, eine weitläufige Grünfläche – auf dem Gelände des Pfalzklinikums in Klingenmünster lässt es sich verweilen. Vor allem an dessen nordöstlichem Ende. Ganz oben auf dem Hügel, wo eine Fußgängerbrücke über die Bundesstraße zur Gemeindepsychiatrie beziehungsweise der Gedenkstätte am Keschdebuckel führt.
Wer auf dem Klinikgelände an der besagten Stelle steht, hat einen freien Blick auf Klingenmünster und die den Ort umgebende Weinberge. Bald können Mitarbeiter des Pfalzklinikums diese Aussicht genießen, sobald sie aus ihrem Schlafzimmer kommen. Besser gesagt aus ihren Minihäuschen.
Jeweils 25 Quadratmeter Wohnfläche
Derzeit laufen am Pfalzklinikum die Erdarbeiten, um das Gelände für vier als Tiny Houses bezeichnete Unterkünfte herzurichten. Die rechteckigen Bauten werden aktuell im EU-Ausland gefertigt. Sind sie im August angeliefert, müssen sie nur noch an die Versorgungsleitungen angeschlossen werden. Im September sollen sie dann bezugsfertig sein. Für die Bebauung der Grünfläche am Verwaltungsgebäude werden als Ausgleichsmaßnahme Bäume auf dem Klinikgelände gepflanzt.
Die neuen Mitarbeiterunterkünfte werden eine Wohnfläche von jeweils 25 Quadratmeter aufweisen und mit allem ausgestattet sein, was die Bewohner eben zum Leben brauchen: unter anderem ein Schlafzimmer, ein Bad, eine Kochnische, eine ausziehbare Couch sowie eine nach Süden ausgerichtete Terrasse. Und Parkplätze sind auch in unmittelbarer Nähe. Der Standort ist aus Sicht der Verantwortlichen auch deshalb ideal, weil es zwar am Rande des Klinikgeländes liegt, aber nicht isoliert ist, und durch die Anbindung an die B48 in Sachen Infrastruktur punktet.
Ein Projekt für zwei Grundbedürfnisse
Gedacht sind die Unterkünfte vor allem für Hospitanten, Honorarkräfte, Forschende, Berufsanfänger – all jene, die diese vorübergehend benötigen, sei es für ein halbes Jahr und länger. Zur dauerhaften Nutzung sind sie aber nicht gedacht, wie Geschäftsführer Paul Bomke berichtet.
Dass das Pfalzklinikum Wohnraum für Mitarbeiter stellt, ist nicht unbedingt etwas Neues. Schon früher hatte es eine Tradition, dass sich Institutionen und Unternehmen um Mitarbeiterwohnungen kümmerten. Bomke erinnert daran, dass weiter unten auf dem Klinikgelände ein Schwesternhaus stand. Zudem wurden die Gebäuden auf der anderen Seite der Fußgängerbrücke noch bis 1996 zu Wohnzwecken genutzt. Irgendwann hab es keinen Bedarf mehr an Mitarbeiterwohnungen gegeben, erzählt Bomke. Das Bild hat sich gewandelt. So sehr, dass das Pfalzklinikum in der Vergangenheit immer wieder Wohnungen anmietete, beispielsweise für Honorarkräfte.
Kosten: rund 400.000 Euro
In der heutigen Zeit ist Wohnraum generell knapp, zudem müssen Firmen stärker um Fachkräfte werben. Vor diesem Hintergrund sind in Sachen Arbeitgeberattraktivität solche Angebote nötig, so Bomke. Wobei neben der Unterbringung des Personals auch der Service nicht fehlen soll: Von der Verpflegung bis hin zur Reinigung sollen die Bewohner sich auf Wunsch auf dem Klinikgelände versorgen können.
Mit der Errichtung der Minihäuschen ist es aber nicht getan. Sie waren die schnellste und wirtschaftlich sinnvollste Lösung, um Wohnraum für Mitarbeiter zu schaffen, sagt Ansgar Kauff, Leiter des Geschäftsbereichs Bau- und Flächenmanagement. Etwa 400.000 Euro werden in dieses Projekt investiert. Die Tiny Houses sind Teil eines dreistufigen Programms. So ist im nächsten Schritt in etwa drei Jahren ein zweistöckiger Neubau angedacht – mit Mehrzweckräumen, darunter Büros, im Erdgeschoss und bis zu acht Mitarbeiterwohnungen im Obergeschoss. Entstehen soll das Haus an der Stelle, an der bis vor fünf Jahren die therapeutische Gärtnerei war. Als diese zurückgebaut wurde, wurde die Fläche zum Parkplatz. Der dritte und letzte Projektabschnitt ist laut Bomke der kostspieligste: die Umwandlung von bestehenden Gebäuden zu Wohnraum. Hier gibt es Potenzial. Laut Kauff sind auf dem Klinikgelände um die 60 Gebäude unterschiedlicher Baujahre zu finden.