Südpfalz
RHEINPFALZ-Umfrage: Mehrheit für Impfpflicht
Der zweite Corona-Winter beginnt, die Infektionszahlen sind so hoch wie nie, das Robert-Koch-Institut hat bald 100.000 Tote gezählt, bei einigen sinkt der Impfschutz – es drohen harte Einschränkungen. Die Impfdebatte nimmt wieder Fahrt auf. Auch in der Politik. In der Bevölkerung wächst unterdessen der Zorn – die Geimpften sind sauer auf die Politiker und die Ungeimpften, die Ungeimpften stehen immer stärker am Pranger und werden auch wütend. Das Thema polarisiert – die RHEINPFALZ hat über 100 Reaktionen auf den Aufruf erhalten. Die Stimmungslage ist pro Impfpflicht.
Impfpflicht nur für Pflegekräfte?
Aber: Eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen – vor allem Pflegekräfte – sei nicht gerecht, sagt Stephanie Martin. Denn diese Menschen trügen die Hauptlast der Pandemiebekämpfung, arbeiteten an der Belsatungsgrenze und müssten „den Kruscht ausbaden“. Eine allgemeine Impfpflicht sei also notwendig. Aber sie alleine reiche nicht. Denn: So wichtig wie die Impfungen, auch die Booster-Impfungen, seien, ein weiteres Problem ist laut Martin, dass die Menschen die AHA-Regeln nicht mehr so einhalten. Die Hände würden in Supermärkten nicht mehr desinfiziert, die Tische in Restaurants stünden wieder eng auf eng – so könne sich das Virus auch verbreiten. „Wir müssen so wenig Fälle wie möglich produzieren.“ In Bezug auf die Pflege argumentiert auch Marena Brück aus Hauenstein ähnlich. „Es darf nicht nur eine Impfpflicht für Pflegepersonal geben, denn sonst werden noch viele abspringen“, meint sie. Brück hat selbst 30 Jahre in einem Pflegeberuf gearbeitet, inzwischen genießt sie ihren Ruhestand. Wenn sich alle impfen lassen müssten, wäre die Akzeptanz größer.
In einem Aspekt würde Julia Licht den beiden widersprechen. Sie sei gegen eine Impfpflicht, „weil wir dadurch zehn Prozent Pflegekräfte verlieren“. Die zehn Prozent, die sich nicht impfen lassen, würden sich auch bei einer Pflicht nicht für das Vakzin entscheiden. „Folglich stehen sie nicht zur Verfügung“ – egal, ob sie gekündigt haben oder in Quarantäne daheim sind. Auch Volker P. Andelfinger ist gegen eine Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitsbereich. „Warum sollte man diejenigen, die die Kranken im besten Fall wieder gesund pflegen, zur Impfung zwingen und diejenigen, die sich ungeimpft einem höheren Risiko aussetzen, nicht?“ Die Folge aus diesen Gedanken: Eine Impfpflicht für alle wäre solidarisch.
Wer schränkt wessen Freiheit ein?
Solidarität hatte auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann beschworen – und gesagt, dass eine Impfpflicht die Freiheit schütze. Freiheit ist ein wichtiges Schlagwort für die Leser. Inge Ehmer und Katharina Biswurm schließen sich dem Grünen an. „Danke, Herr Kretschmann“, kommentiert Biswurm. „Freiheit in Verantwortung“ sei eine richtige Aussage, „das bedeutet auch Solidarität“, sagt Ehmer. Vor allem mit den Kindern und Schülern, die unter der Pandemie sehr litten – aber auch mit dem Krankenhauspersonal. Deshalb sei sie für eine Impfpflicht.
Doch einige meinen, die Wende zur Pflicht komme zu spät. „Wir wären längst heraus aus der Misere, wenn man sich gleich zur Impfpflicht entschlossen hätte“, sagt Peter Bischoff. Laut Umfragen seien zwei Drittel der Befragten für die Einführung einer Impffplicht, nun schließen sich auch Politiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder oder eben Kretschmann an. „Endlich“, meint Bischoff. Die Nichtgeimpften schränkten die Freiheit aller ein. „Es gibt keine ernst zu nehmenden Argumente gegen das Impfen. Unbelehrbare Besserwisser sollten nicht die weit überwiegende Mehrheit der Impfwilligen weiterhin in diese Zwangsjacke zwingen.“
Wie ist die Freiheit zurückzugewinnen?
Auch Landaus Beigeordneter Lukas Hartmann nimmt an der Umfrage teil. „Solidarität in unserer Gesellschaft ist oft auch eine Verpflichtung“, schreibt der Landauer. Freiheit ende dort, wo sie die Freiheit der anderen gefährde, eine Solidargemeinschaft kenne auch Pflichten. „Zwei Jahre ohne Feste, Märkte, Kerwe, schon zwei Jahrgänge Schulkinder, die noch keinen unbeschwerten Schulbesuch kennen, zwei harte Jahre für die Gastronomie mit Lockdowns und zu viele Menschen, die alleine in Quarantäne starben, weil ihre Angehörigen nicht zu ihnen durften. Es reicht. Mit Impfen kommen wir da raus.“
Emil Straßner betont, dass es nicht nur um die Freiheit der Ungeimpften gehe. „Es ist entscheidend, wie wir alle unsere Freiheit zurückgewinnen“, schreibt der pensionierte Schulleiter. Einzelne Berufsgruppen zu impfen, könne nicht zu einer gerechten Lösung führen – es nutze nichts, Lehrer zu impfen, und Kinder ungeimpfter Eltern tragen das Virus in die Schule. „Nur die Impfung aller in Frage kommender Erwachsenen ist ein wirklicher Beitrag zur Gewinnung unserer Freiheit für alle“, schreibt Straßner.
„Nicht bereit, Kosten mitzutragen“
Mit der Freiheit argumentiert auch Joachim Buchmann. „Auch in einem Rechtsstaat geht die Freiheit des Einzelnen immer nur so weit, wie andere nicht beeinträchtigt werden“, schreibt er. Aus der derzeitigen Belegung der Impfbetten im Krankenhaus ergebe sich eindeutig, dass von den Ungeimpften die größte Gefahr ausgeht. „Ich bin froh, dass die Politiker spät, aber hoffentlich nicht zu spät zur Einsicht kommen.“ Juristisch sehe er bei der derzeitigen Gefahrenlage kein Problem – er würde auch von Ungeimpften einen Risikozuschlag bei der Krankenversicherung einforden. „Ich bin als Versicherungsnehmer nicht bereit, für irgendwelche Querdenker und Pseudovirologen deren erhöhte Kosten mitzutragen.“
„Mit den Inzidenzwerten der letzten Wochen kann jeder abschätzen, wohin die Freiwilligkeit führt: in die nächste und übernächste Welle mit immer höheren Ansteckungsraten“, meint die Landauerin Birgt Heid. Österreich habe mit der Einführung der Impfpflicht im Frühjahr gut entschieden. Alle hätten Zeit, sich vorzubereiten. „An unseren Nachbarstaaten Niederlande und Belgien kann man beobachten, dass Zweifler, Querdenker und rechtspopulistische Wutbürger/innen in Ländern mit schwachen Regierungen auf die Barrikaden gehen.“ In Deutschlang sehe dies wegen des Interregnums auch nicht besser aus, meint Heid.
„Der Tunnel wird immer dunkler“
Albert Getto fürchtet, dass es ohne Impfpflicht nicht gehen wird. Aber ihm wäre es lieber, dass eine Pflicht „notfalls durch die Hintertür forciert“ wird. „So viele Auflagen, dass die Ungeimpften sich genötigt fühlen. Wenn ich Auto fahren will, muss ich auch einen Führerschein machen.“ Also Druck machen.
Diesen Druck empfindet Eduard Steimer bereits. „Mein Körper gehört mir, nur ich sollte entscheiden, was rein kommt und was nicht“, sagt er. Als Ungeimpfter müsse er bereits seinen täglichen Test selbst zahlen – und auf dem Weg zur Arbeit morgens um 3.30 Uhr habe noch keine Teststation geöffnet. „Das ist ein faktischer Impfzwang – oder ich verliere meine Arbeit.“ Er wisse bald nicht mehr weiter, sagt Steimer. „Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels, der Tunnel wird immer dunkler.“
Auf Behandlung verzichten?
„Die Gegner der allgemeinen Impfpflicht argumentieren: der Mensch hat ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Aber hätten die vielen Schwerkranken auf den Intensivstationen nicht auch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit gehabt?“, fragt Marianne Groh. Als ehemalige Anästhesistin sei sie für eine allgemeine Impfpflicht. Nur so könne die nächste Coronawelle vermieden werden.
Gabriele Schilling gehen die Einschränkungen noch nicht weit genug – die Ungeimpften sollten ihre Behandlungen selbst zahlen, meint sie. Ohne Impfpflicht kriege man die Pandemie nicht in den Griff. Sie weist auch darauf hin, dass es Menschen gibt, die anderen Menschen nicht aus dem Weg gehen können – Erzieherinnen, Pflegepersonal. Diese hätten Angst, dass sie das Virus nach Hause zu ihren Familien schleppen. Einen anderen Ausweg als Schilling schlägt Siegfried Smieja vor. Wenn die Ungeimpften „eine notariell beglaubigte Patientenverfügung hinterlegen, dass sie im Falle einer schweren Covid-Erkrankung auf intensivmedizinische Behandlung verzichten, müssten doch alle zufrieden sein“. Das sei ein Ausweg für Impfverweigerer, meint Smieja. Dem würde sich Wolfgang Lutz anschließen – er merkt auch an, dass freiwillig ungeimpfte Personen erklären könnten, auf ein Intensivbett zu verzichten. Er deutet an, dass er früher anders gedacht hat – aber „inzwischen“ sei er auch für eine allgemeine Impfpflicht, sagt Lutz.
Entscheidungen selbst treffen?
Sicher seine Meinung geändert hat Markus Tarneller. „Ich war immer gegen eine Impflicht, da ich dachte, dass wir eine Durchimpfung von circa 80 Prozent erreichen.“ Das sei wohl nicht so – also sei er nun für eine Impfpflicht.
Vehement gegen eine Impfpflicht ist Wolfgang Burghard aus Waldhambach. Er selbst sei über 70 und dreifach geimpft. „Und das aus Überzeugung“, wie er betont. Aber jeder müsse für sich selbst das Risiko abwägen. „Das Risiko, schwer zu erkranken, ist äußerst gering, die Nebenwirkungen der Impfung sind ebenfalls äußerst gering – da muss jeder selbst entscheiden, was für ihn richtig ist.“ Auch Roland Müller ist der Ansicht, dass jeder selbst die Entscheidung treffen solle – vor allem die Beschäftigten der Berufsgruppen, bei denen gerade eine Pflicht diskutiert wird.
S„Wer auf Scharlatane hört ....“
Das sieht Kathrin Lange aus Kandel anders. Sich impfen zu lassen, hält sie für eine Bürgerpflicht. Also ist sie „eindeutig“ für eine allgemeine Impfpflicht. „Wir haben jetzt schon den zweiten Corona-Winter, das darf doch nicht zum Dauerzustand werden“, so ihre Begründung. Zumal die Impfstoffe sicher seien, meint die Biologie- und Chemielehrerin. Menschen, die Scharlatanen mehr glauben schenkten als Zigtausenden Wissenschaftlern oder Ärzten, hätten „das Recht verwirkt, über Sinn und Zweck einer Impfung zu bestimmen“, meinen Dieter und Odile Hochdörffer. Das Ehepaar betont, dass nur eine Impfpflicht der Weg in die Normalität sei. „Es sterben momentan täglich Hunderte Menschen und die Verweigerer ignorieren dies.“
Gisela Kamp-Lichtenfeld ist für eine Impfpflicht, weil ohne die Impfung die Pandemie nicht zu besiegen sei. Zudem: Wären alle geimpft, würden sich Geimpfte nicht mehr infizieren. Landaus Ex-Oberbürgermeister Christof Wolff „war schon immer für die Impfpflicht“,wie er sagt. Bei Masern gebe es sie auch, aber das habe niemanden gestört – plötzlich seien aber so viele Menschen gegen die Impfung. Das wundere ihn schon, meint Wolff. „Impflicht gab es doch früher schon, etwa bei Kinderlähmung oder Masern. Und, sind wir damit etwa schlecht gefahren?“, fragt auch der Landauer Siegfried Schick. Ihn ärgert, dass noch so viele Menschen in Deutschland ungeimpft sind.
Gelingt es, mit Argumenten zu überzeugen?
Marlies Spuhler und ihr Mann stehen hier auf der anderen Seite des Meinungsspektrums. Es gehe bei der Impfung um ein Genexperiment, und es gebe noch nicht genügend Langzeitstudien, sagt Spuhler. Auch Jennifer Weid hält es für unverantwortlich, eine Impfpflicht einzuführen bei einem Impfstoff, der noch in der Testphase sei. Menschen seien Testobjekte. Die 2G-Regelung am Arbeitsplatz einzuführen, sei eine schöne Variante, noch mehr Menschen als Versuchskarnickel zu nutzen, schreibt Weid. Zudem seien derzeit viele Erkrankte mehrfach geimpft. Ungeimpfte als Impfgegner und Schwurbler über einen Kamm zu scheren, sei menschenverachtend. Ihr Fazit: „Das ist alles nur noch Menschenverachtung und menschenunwürdig.“
Unsere Demokratie sei für alle da, würde Lilo Sebastian kontern. „Nicht nur für die wenigen, die nun die nun das Allgemeinwohl zum Teil mit Gewalt und absurden Argumenten gefährden“. Sie fragt, warum die Politiker Angst vor diesem kleinen Kreis hätten und sich nicht trauten, zu handeln – also die Pflicht einzuführen. Auch die Göcklingerin Marianne Backenstraß ist für eine Impfpflicht, „weil es nicht gelingt, mit noch so fundierten Argumenten zu überzeugen“. Impfen sei ein Akt der Solidarität. „Man kann von Politik und Gesellschaft nicht immer nur fordern, sondern muss auch irgendwann einmal zurückgeben.“ Das formuliert Bernhard Strassel härter: „Ein Verweigern kommt einem Verbrechen am Mitmenschen gleich.“ Deshalb unbedingt Impfpflicht, es gebe keine sachlichen Argumente dagegen.
„Wir haben sieben Fälle in der Familie“
Ganz anderer Meinung ist Monika Waldmann aus Herxheim: „Ich bin grundsätzlich gegen Impfungen“, sagt sie. Man solle vielmehr auf die Gesundheitsvorsorge bauen. „Es gibt hervorragende naturheilkundliche Möglichkeiten“, sagt sie und nennt beispielhaft Globuli und TCM-Mittel. Sie selbst sei viel in der Natur unterwegs. „Mit der richtigen Atemtechnik kann man viel erreichen“, versichert Waldmann. Auch Marion Kessler ist gegen Impfungen – „ich bin ein gesunder Mensch“, sagt sie. „Ich habe keine Angst vor Corona – ich glaube, ich hätte einen leichten Verlauf.“
Infektionen im nahen Umfeld erlebt hat der Hauensteiner Rolf Stöbener. „Ich spreche aus eigener Erfahrung, wir haben sieben Corona-Fälle in der Familie, sechs davon sind ungeimpft. Die Gefahr ist groß“, meint er. Deshalb ist er für eine Impfpflicht.
Verweigerer Feinde der Gesellschaft?
Christel Lütke-Vogt aus Rheinzabern ärgert sich hingegen über die Ungeimpften. Die Sorge, dass dies die Gesellschaft viel spalten könnte, hat sie nicht. „So, wie es jetzt ist, ist es doch viel schlimmer. Wir werden von den Unwilligen und Unvernünftigen in Geiselhaft genommen.“ Die Politik habe den falschen Weg eingeschlagen. „Es reicht“, sagt Lütke-Vogt, und plädiert für die Impfpflicht. Reinold Müller aus Landau spitzt dies zu: Man impfe sich ja nicht nur für sich selbst, sondern für die Gesellschaft. „Impfverweigerer stehen der Gesellschaft feindlich gegenüber“, meint Müller – Impfpflicht: ja.
Eine Impfpflicht „die staatliche Organisation auch nicht verbessern“, merkt Karl-Heinz Westenhöfer an. Er sei zweimal geimpft und warte seit 18. November auf seine Booster-Impfung. „Entweder ich hole mir vor den Impfbussen eine Lungenentzündung oder durch das Organisationstalent der staatlichen Organisationen muss ich auf die Booster-Impfung noch lange warten.“ Er sei für eine zeitbegrenzte Impfpflicht, „um den staatlichen Impfstrategen auch diese Illusion zu nehmen“.
„Minderheit tanzt auf der Nase herum“
Die Impflicht sei eine absolute Notwendigkeit, meint Klaus Haas aus Bad Bergzabern. „Es sind viel zu wenige Menschen geimpft und die Auswirkungen sehen wir in den Kliniken“, sagt der früherer Kurdirektor. Er ist 87 Jahre alt und dreifach geimpft. Die Folgen der Pandemie sehe man in der Wirtschaft und Gastronomie. Das müsse ein Ende haben. Dass durch die Impfpflicht Persönlichkeitsrechte eingeschränkt werden könnten, sieht er so nicht. „Es gibt überall Rauchverbot, da fühlt sich auch niemand in seinen Persönlichkeitsrechten eingeschränkt.“
Der Niederotterbacher Thorsten Rämmele ist zwar für eine Impfpflicht – „nur kommt sie viel zu spät“, merkt er an. Die Intensivstationen seien voll, das Kind sei in den Brunnen gefallen. „Das wir uns von einer Minderheit auf der Nase herumtanzen lassen müssen wir teuer bezahlen. Nein, man darf den schwarzen Peter nicht nur den Ungeimpften zuschieben.“ Auch die Geimpften können das Virus weitergeben. Nur: Der Geimpfte könne mit einem leichten Verlauf rechnen, der Ungeimpfte brauche ein Intensivbett oder sterbe. „Dazu sollte sich mal mancher Ungeimpfte Gedanken dazu machen“, meint Rammele.
Faktische Impfpflicht
Dass auch Geimpfte das Virus verbreiten können, werde zu selten erwähnt, meint Christian Wolf. Zudem gebe es bereits eine faktische Impfpflicht. „Es ist unrealistisch, sich täglich testen zu lassen, um seinen Arbeitsplatz zu besuchen. Folglich bleibt einem keine andere Wahl, als sich impfen zu lassen“, sagt Wolf. Er sei gegen eine Impfpflicht, weil jeder das selbst entscheiden solle – stattdessen schlägt er eine Testpflicht vor.
Auch Elisabeth Merlin aus Gleisweiler fordert die allgemeine Impflicht. „Bei uns in der Familie sind alle geimpft, sogar meine Enkelin hat schon einen Termin für ihre dritte Impfung“, erzählt die 85-Jährige. Die Situation sei verheerend, die Menschen müssten geschützt werden. „Etwas einfacheres als so einen kleinen Piks gibt es doch nicht“, meint sie.
„Vorbilder für Rechtsextreme“ vs. „Systempresse!“
Jürgen Rheinthal ist für eine „sofortige, kompromisslos durchgeführte und streng überwachte Impfpflicht“. Die Mehrheit der Bevölkerung habe ein Recht darauf, „vor rücksichtslosen Impfgegnern geschützt zu werden.“ AfD-Bundestagsabgeordnete als Impfverweiger seien allenfalls Vorbilder für Rechtsextreme, Reichsbürger, Coronaleugner. „Diese Leute schreien zwar am lautesten, repräsentieren jedoch nicht die große Mehrheit der Bevölkerung“, sagt Rheinthal.
Die Aufforderung der RHEINPFALZ an die Leser, ihre Meinung zur einer Impfpflicht mitzuteilen, sei eine „hetzerische Aufforderung zur Abstimmung“ und „schon wieder mehr als Systempresse!“, meint Karl-Heinz Knapp. Eine Impfflicht mache nur für Risikogruppen wie Adipöse, chronisch Kranke und Menschen über 70 Sinn. Die RHEINPFALZ solle die Ungeimpften in Ruhe lassen.
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