Wissen RHEINPFALZ Plus Artikel Nils erklärt: Wie die Hornisse Beute macht

Kopfüber hängt die Hornisse mit ihrem Fang und hält ihn fest. Sie tötet ihre Beute, indem sie ihr den Kopf abbeißt.
Kopfüber hängt die Hornisse mit ihrem Fang und hält ihn fest. Sie tötet ihre Beute, indem sie ihr den Kopf abbeißt.

Was hängt denn da in der Blüte? Sieht ziemlich verworren aus! Aber beim näheren Hinschauen kann man erkennen: Da hat ein großes Insekt ein kleineres gepackt. Die erfolgreiche Jägerin ist eine Hornisse. Sie hängt mit dem Kopf nach unten und hält sich nur mit dem rechten Hinterbein an der Pflanze fest. Mit ihren anderen fünf Beinen umklammert sie den Fang.

Hornissen ernähren sich von vielen anderen Insekten, aber auch von Spinnen. „Die geschickten Jägerinnen fliegen bestimmte Strecken ab, wo sie Nahrung suchen, zum Beispiel an Blüten“, erklärt Manfred Niehuis, Insektenkenner aus Landau. „Aus dem Flug heraus stoßen sie blitzschnell auf die Beute.“

Schmeißfliegen und Bremsen auf dem Speiseplan

Seitlich am Mund besitzt die Hornisse kraftvolle Oberkiefer. Wie mit einer Zange packt sie damit zu. „Sie tötet die Beutetiere durch Abbeißen des Kopfes“, sagt der Experte. „Meistens hat sie es nur auf das eiweißreiche Insektenfleisch des Brustbereichs abgesehen.“ Andere Körperteile wie Flügel, Beine oder Hinterleib trennt die Hornisse ab und lässt sie fallen. Die Nahrung zerkaut sie zu einem Päckchen. In ihrem Kropf transportiert sie das breiige Klümpchen dann ins Nest.

Sogar ziemlich große Heuschrecken und Libellen können von Hornissen gefangen werden. Aber besonders oft stehen Fliegen auf ihrem Speiseplan. Sie erbeuten zum Beispiel Schmeißfliegen und Bremsen, also Arten, die für Mensch und Tier schädlich sein können.

Hornissen gehören zu den Wespen. Wie du vielleicht weißt, haben sie einen Giftstachel. Den nutzen sie aber eher selten. Wenn sich das erbeutete Tier allerdings sehr wehrt, kommt es manchmal zum Stich. Übrigens fängt die Hornisse auch ihre kleineren Verwandten: „Oft erbeutet sie Arten wie die Gemeine Wespe und Deutsche Wespe, die dem Menschen am Essenstisch häufig lästig werden“, erklärt Niehuis.

Hornissen können selbst zur Beute werden

Für die Hornisse ist das nicht ganz ungefährlich, weiß der Biologe: „Meistens gelingt es ihr, eine Wespe rasch zu töten. Wenn sie die Beute aber schlecht zu packen bekommt, kann sie selbst gestochen werden und ist dann zumindest für eine Weile gelähmt. So wird sie leicht selbst zur Nahrung eines Fressfeindes.“

Bei vielen Menschen haben Hornissen keinen guten Ruf. Fachleute wie Niehuis wissen aber, dass die großen Brummer eher friedliche Tiere sind. Für die Speisen der Menschen interessieren sie sich nicht. Nur wenn jemand zu nah an ihr Nest kommt, sehen sie in ihm eine Gefahr.

In diesem Fall würden sie sich mit dem Stachel verteidigen. Dessen Gift ist zwar nicht gefährlicher als beim Wespen- und Bienenstich, aber der Stich einer Hornisse soll schmerzhafter sein. Am besten hältst du also von einem Hornissennest mehr als vier Meter Abstand!

Nils Nager, der neugiere Biber.
Nils Nager, der neugiere Biber.
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