Wissen RHEINPFALZ Plus Artikel Nils erklärt: Gut zu Fuß

Knapp drei Zentimeter groß ist dieser schwarze Geselle.
Knapp drei Zentimeter groß ist dieser schwarze Geselle.

Der Totenkopfkäfer ist ein harmloses Tierchen mit schlechtem Ruf.

Ein großer Käfer läuft mir da über den Weg. So einen pechschwarzen Burschen bekommt man nicht oft zu Gesicht.„Das ist ein Totenkäfer. Genauer heißt er auf deutsch ,Ähnlicher Totenkäfer´, weil es verwechselbare Arten gibt“, sagt Insektenkenner Manfred Niehuis. Die wissenschaftliche Bezeichnung erklärt der Biologe auch: „Lateinisch heißt er Blaps lethifera, das bedeutet frei übersetzt ,Der Schaden und Tod Bringende´“.

Was für ein unheimlicher Name! Warum heißt das Tierchen so? Knapp drei Zentimeter groß ist es und soll Pech und Tod bringen? Eigentlich sieht der Käfer doch ganz hübsch aus. Wenn du ihn genau betrachtest, fällt an seinen Flügeldecken etwas auf: Nach hinten verlängern sie sich in einer Spitze. Experte Niehuis nennt das den „Mucro“. Daran können Tautropfen hängenbleiben, um das Tier mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Name durch Aberglaube

Vielleicht spielte bei der Namensgebung eine Rolle, dass der Totenkäfer pechschwarz ist. Solche Tiere hat man früher oft mit Unheil verbunden. Die Menschen waren sehr abergläubisch und fürchteten sich vor bösen Geistern. Besonders von schwarzen oder rötlichen Tieren glaubte man, sie seien mit Teufeln und Hexen verbündet.

„Zum schlechten Ruf der Totenkäfer hat auch beigetragen, dass sie sich in alten Kellern wohlfühlen, wo Nahrungsreste liegen“, erklärt Niehuis. „Wenn sie faulende Körner oder Kartoffeln finden, können sie sich auch mal stärker vermehren.“ Viele schwarze, große Käfer haben den Leuten erst recht Angst gemacht. Und was sagt der Wissenschaftler zur angeblichen Gefährlichkeit?

Fliegen kann er nicht

„Diese Käfer sind völlig harmlos und so friedlich wie Regenwürmer“, sagt Manfred Niehuis. „Bei Gefahr beißen sie nicht, sie geben auch kein Geräusch und keine üblen Gerüche von sich. Sie stellen sich einfach tot und hoffen wohl, dass man sie übersieht.“

Der Käfer, der mir hier begegnet ist, hat inzwischen die andere Wegseite erreicht und läuft jetzt ins sichere Gras. Da können ihn Fressfeinde wie Krähen und andere Vögel nicht ganz so leicht entdecken. Zum Glück kam auch kein Fahrzeug und kein Fußgänger, der ihn vielleicht übersehen und zertreten hätte. Fliegen kann der Totenkäfer nicht, weil seine harten Flügeldecken miteinander verwachsen sind. Umso besser, dass er gut zu Fuß ist! (lad)

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