Wissen RHEINPFALZ Plus Artikel Luftfahrt: Fliegende „Haifische“ brauchen weniger Kerosin

Aufbringung der Aeroshark-Folie an Lufthansa-Flugzeug. Foto: LH Group
Aufbringung der Aeroshark-Folie an Lufthansa-Flugzeug. Foto: LH Group

Mit einer der Haifischhaut nachempfundenen Folie, die auf Flugzeuge angebracht wird, kann der Kerosinverbrauch zumindest im Kleinen verringert werden.

Das Gemeinschaftsprojekt von BASF und Lufthansa Technik senkt nach Angaben der Unternehmen die Reibung um ein Prozent und damit den CO2-Ausstoß von 20 Flugzeugen der Kranichlinie um jährlich 25.000 Tonnen. Der Ansatz dabei: der Reibungswiderstand des Flugzeugs. Je geringer dieser in der Luft sei, desto niedriger fielen auch der Treibstoffverbrauch und damit die Abgas-Emissionen aus.

Vorbild bei der Optimierung der Technik sei immer wieder die Natur. Unter dem Stichwort Bionic würden seit Jahren neue Techniken erforscht und in der Praxis angewendet. So sei zum Beispiel die Haut von Haifischen für ihren extrem geringen Reibungswiderstand bekannt. Daran angelehnt sei eine Folie enwickelt worden, der der feinen Struktur dieser Fischhaut nachempfunden sei. Eine erste Maschine in der Lufthansa Unternehmensgruppe fliege damit bereits im Liniendienst. 22 weitere sollen folgen.

Folie muss extreme Temperaturschwankungen aushalten

Bei „Aeroshark“ handele es ich um Folien, die auf den Maschinen aufgebracht werden. Deren Oberflächenstruktur bestehe aus rund 50 Mikrometer großen Rippen, den sogenannten Riblets. Der gesamte Film setze sich aus einzelnen Elementen mit einer Größe von 100 x 50 Zentimetern zusammen. Aufgebracht auf der Boeing 777 habe die Folie ein Gewicht von 140 Kilogramm. Mit der Beklebung von insgesamt 950 Quadratmetern Außenfläche einer Boeing 777-300er könnte jährlich eine Einsparung von rund 400 Tonnen Kerosin und mehr als 1200 Tonnen CO2 erreicht werden.

Lufthansa Technik habe das Wissen um die strengen Anforderungen in der Luftfahrt eingebracht. So müsse der Film der starken UV-Strahlung in großen Höhen ebenso standhalten wie extremen Temperaturunterschieden, beispielsweise 40 Grad am Boden in Dubai und unmittelbar danach -60 Grad während des Flugs.

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