Meinung
Zum Stellenabbau bei SAP: Gefährlicher Wissensverlust
Viele der Großen in der IT-Branche greifen gerade zu diesem Instrument. Giganten der Informationstechnologie wie Microsoft oder Google mit seinem Mutterkonzern Alphabet entlassen in großem Stil Mitarbeiter, weil sie sich etwas übernommen haben beim Ausbau ihrer Geschäfte. Sie wollten sich breiter aufstellen und verzettelten sich in einigen Fällen dabei. Der kalifornische Konzern Salesforce stellte gar jede zehnte der knapp 80.000 Stellen zur Disposition.
Schon 2019 ging viel Wissen verloren
Beim deutschen Softwareriesen und Salesforce-Konkurrenten SAP ist die Anzahl der Mitarbeiter seit 2009 stetig gewachsen auf knapp 112.000 weltweit Ende 2022. Die Gewinne sprudelten meist munter. Ex-SAP-Chef Bill McDermott veranlasste 2019 den 886 Millionen Euro teuren Abbau von 4400 Stellen. Ende 2019 hatte der Konzern mehr Beschäftigte als ein Jahr zuvor. Es wurde neues Personal eingestellt, mit den gleichzeitigen Entlassungen aber ging viel Wissen verloren. Gerade im Softwaregeschäft, das von Wissen und Intelligenz lebt, kann das für eine Firma gefährlich sein. Es ist ein Extrembeispiel, aber der streitbare Elon Musk erfährt das gerade bei Twitter. Er braucht die Leute, die er 2022 voreilig geschasst hat.
Fürs Kerngeschäft braucht es gutes Personal
Bei SAP soll das alles viel geordneter geschehen. Die Walldorfer wollen sich – mal wieder – aufs Kerngeschäft konzentrieren, auf Software zur Unternehmenssteuerung, speziell über Internetlösungen (Cloud). Hier soll das durch die Entlassungen gesparte Geld investiert werden. Klar ist: Dafür braucht es hochqualifiziertes Personal, um das Unternehmen immer heftiger ringen.
Hier geht es zum Bericht zur SAP-Bilanz und dem geplanten Personalabau.
