Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Wohin mit ausrangierten Smartphones und Co.?

Laut einer aktuellen Studie des IT-Verbands Bitkom lagern rund 210 Millionen Handys und Smartphones ungenutzt in deutschen Haush
Laut einer aktuellen Studie des IT-Verbands Bitkom lagern rund 210 Millionen Handys und Smartphones ungenutzt in deutschen Haushalten. Hinzu kommen 50 Millionen ausrangierte Laptops und 26 Millionen alte Tablets.

Smartphones, Tablets und Laptops gehörten zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken, während Millionen Altgeräte achtlos in der Schublade liegen. Dabei können die Oldies leicht zu Geld gemacht werden oder als wertvolle Rohstoffspender dienen.

Wo liegt das Problem?
Laut einer aktuellen Studie des IT-Verbands Bitkom lagern rund 210 Millionen Handys und Smartphones ungenutzt in deutschen Haushalten – mehr als doppelt so viel wie 2014. Hinzu kommen knapp 50 Millionen ausrangierte Laptops und zirka 26 Millionen alte Tablets. Der Rat des Verbands und von Verbraucherschützern: Noch funktionsfähige Geräte sollten verkauft und defekte Geräte fachgerecht recycelt werden.

Wo kann ich mein Altgerät verkaufen?
Im Internet gibt es spezialisierte Plattformen, die ausgemusterte Elektronikgeräte ankaufen, bei Bedarf aufarbeiten und dann weiterverkaufen. Zunächst schätzen die Plattformen den Wert des Oldies, der ihnen zugeschickt wird. Akzeptiert der Einsender den genannten Preis, kaufen sie das Gerät an, um es generalüberholt zum Weiterverkauf anzubieten. Häufig hat die Second-Hand-Ware nur ein paar Kratzer oder es handelt sich um Vorgängermodelle neuerer Produkte.

Zu finden sind die An- und Verkaufsportale wie Backmarket, Rebuy oder Zoxs unter dem Online-Suchbegriff refurbished oder refurbed. Nach Einschätzung der Verbraucherzentralen haben sie den Vorteil, dass die Besitzer der Altgeräte nicht selbst Inserate schalten und auch keinen Kaufvertrag mit einem privaten Interessenten schließen sowie abwickeln müssen. Bei einem Direktverkauf von privat zu privat via Kleinanzeige könne aber meist ein höherer Preis erzielt werden. Einige Mobilfunkfirmen kaufen ebenfalls Gebraucht-Smartphones an.

Wie viel Geld bekomme ich für mein Altgerät?
Wie viel Geld sich bei einem Ankaufportal erzielen lässt, kann im Vorhinein anhand des Preises abgeschätzt werden, den das Portal für ähnliche, bereits überholte Geräte im Weiterverkauf verlangt, wobei etliche Prozent als Gewinnspanne abzuziehen sind. Lohnen kann es sich daher, die Preise mehrerer Plattformen zu vergleichen. Die Nachfrage nach Second-Hand-Elektronik ist jedenfalls da. So haben laut Bitkom immerhin etwa 15 Prozent aller befragten Bundesbürger bereits einmal gebrauchte, aber professionell aufbereitete IT-Produkte gekauft. Weitere 50 Prozent könnten sich das künftig vorstellen. Nur knapp ein Drittel (31 Prozent) schließt dies generell aus.

Worauf sollte ich beim Verkauf achten?
Die Abläufe können sich von Plattform zu Plattform unterscheiden. Daher raten die Verbraucherzentralen, in den Geschäftsbedingungen nachzulesen, wie lange die Überprüfung eines eingesendeten Gebrauchtgeräts und die Auszahlung des vereinbarten Preises dauern. Außerdem sollte gefragt werden, was passiert, wenn das Portal den Ankauf eines Gerätes nach erfolgter Überprüfung ganz ablehnt, wofür es keinen Grund nennen muss. So können Portokosten für den Rückversand entstehen, oder das Altgerät wird entsorgt, wenn sich der Einsender nicht innerhalb einer vorgegebenen Frist erneut meldet.

Und was ist mit meinen Daten auf dem Gerät?
Wichtig ist, keine Datenspuren auf dem Gerät zu hinterlassen. Noch vor dem Versand an eine Plattform sollten die Besitzer daher alle persönlichen Daten selbst löschen und das Gerät auf die Werkseinstellungen zurücksetzen, empfehlen die Verbraucherzentralen. Einige der Portale bieten zusätzlich auch eine professionelle Datenlöschung an.

Wohin mit defekten Geräten?
Findet das ausrangierte Gerät keinen Käufer, weil es zu alt oder defekt ist, kann es immer noch wertvolle Rohstoffe liefern. Laut Bitkom beinhalten allein die 210 Millionen ungenutzt in Deutschland herumliegenden Handys und Smartphones rund 6600 Tonnen Aluminium, dessen Ausgangsstoff Bauxit von der EU als kritischer Rohstoff eingestuft wird, sowie die ebenfalls kritischen Rohstoffe Kobalt (1400 Tonnen), Lithium (180 Tonnen), Titan (60 Tonnen) sowie zum Beispiel Seltene Erden, Tantal, Platin und Gold. Damit die Ressourcen nicht verlorengehen, können die Geräte bei kommunalen Wertstoffhöfen sowie Elektronikmärkten mit mindestens 400 Quadratmetern Verkaufsfläche zum Recyceln abgegeben werden.

Noch wenig bekannt ist, dass seit 1. Juli 2022 auch Supermärkte und Discounter mit einer Gesamtverkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern zur Rücknahme gesetzlich verpflichtet sind, wenn sie mehrmals im Jahr oder dauerhaft elektronische Geräte verkaufen. Abgegeben werden können dort bis zu drei Altgeräte mit einer Kantenlänge bis 25 Zentimeter. Das gilt nach Angaben der Stiftung Altgeräte-Register unabhängig davon, ob der Verbraucher ein neues Gerät in dem Geschäft kauft und ob er das alte Gerät dort erworben hat. Größere Geräte mit einer Kantenlänge ab 25 Zentimeter müssen die Supermärkte und Discounter nur zurücknehmen, wenn der Kunde ein Neugerät der gleichen Art bei ihnen erwirbt.

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