Kommentar Wichtige Fragen bei Daimler Truck weiter offen

Der Rückgang bei Daimler Truck fiel 2024 deutlich stärker aus als prognostiziert.
Der Rückgang bei Daimler Truck fiel 2024 deutlich stärker aus als prognostiziert.

Auch fünf Monate nach Bekanntgabe wissen die Mitarbeiter nicht, wie hart sie der neue Sparkurs trifft. Das trägt nicht zur Beruhigung bei.

Dass Daimler Truck die Rekordzahlen aus dem Jahr 2023 nicht würde wiederholen können, hatte das Unternehmen schon vorausgesehen. Doch der Rückgang fiel deutlich stärker aus als prognostiziert. Vor allem in Europa und deutlicher noch auf dem Heimatmarkt Deutschland sackten die Lkw-Verkaufszahlen deutlich ab. Die weiter schwierige Konjunkturlage, die anhaltenden weltweiten Krisen mögen Gründe für die Kaufzurückhaltung sein. Zudem warten nicht nur Unternehmer, sondern auch Verbraucher und eben auch potenzielle Lkw-Käufer auf positive Signale aus der Politik.

Was die Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen nicht gerade beflügelt, ist der immer noch schleppende Aufbau von öffentlichen Lkw-Ladestationen. Europaweit fehlen Zehntausende davon. Angesichts der höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu Verbrennern mag dies den ein oder anderen Logistiker bei seiner Kaufentscheidung zögern lassen.

Wende in der Kommunikation verwundert

Dass der Konzern angesichts der Ergebniseinbußen in der Lkw-Sparte in Europa beim Sparkurs aufs Gaspedal tritt, kommt daher nicht sehr überraschend. Allerdings verwundert die Wende in der Kommunikation. Bislang galt das Ziel, bis 2028 die Kosten um 15 Prozent im Vergleich zu 2019 zu senken. Nun nennt Daimler Truck die Summe von mehr als 1 Milliarde Euro, bei der nicht klar ist, wie weit diese über den bislang erwähnten 15 Prozent liegt.

Dass Daimler Truck auch nach fünf Monaten immer noch nicht sagt, wie stark die Einschnitte bei den Beschäftigten ausfallen, trägt in der Belegschaft kaum zur Beruhigung bei. Klar ist nur: Deutschland, und damit Wörth, wird am stärksten vom Sparkurs betroffen sein.

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