Wirtschaft RHEINPFALZ Plus Artikel Weitere Abbaupläne bei der BASF

Im BASF-Stammwerk herrscht derzeit wieder Unruhe wegen des befürchteten Stellenabbaus. Unser Bild zeigt die Ammoniakanlage in Lu
Im BASF-Stammwerk herrscht derzeit wieder Unruhe wegen des befürchteten Stellenabbaus. Unser Bild zeigt die Ammoniakanlage in Ludwigshafen. Ammoniakfabriken sind seit über 100 Jahren ein fester Bestandteil des Produktionsverbundes. Foto: BASF

Es mehren sich Hinweise darauf, dass der Chemiekonzern BASF den bereits in die Wege geleiteten Abbau von Arbeitsplätzen in seinem Ludwigshafener Stammwerk verschärfen wird. Das Unternehmen will derzeit dazu nichts sagen. Dafür gibt es einen Grund.

Die BASF hat Mitte des vergangenen Jahres den Abbau von weltweit 6000 Jobs in der Unternehmensverwaltung angekündigt. Davon sollten 3000 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen werden – ganz überwiegend in Ludwigshafen mit rund 9000 Verwaltungsmitarbeitern. Stellen von ausscheidenden Mitarbeitern in der Verwaltung würden nicht mehr neu besetzt. Ende Oktober hieß es dann, 1100 Beschäftigte im Stammwerk hätten Abfindungsangebote angenommen und würden das Unternehmen verlassen. Betriebsbedingte Kündigungen sind durch eine Betriebsvereinbarung schon seit Jahrzehnten ausgeschlossen. Die Anzahl der Arbeitsplätze im Stammwerk stieg im vergangenen Herbst gegenüber Ende September 2018 noch um 88 auf 35.342. Als Grund nannte das Unternehmen Einstellungen in den Bereichen Produktion, Technologie und Digitalisierung und die Aufstockung der Anzahl neu eingestellter Auszubildender.

Bis 2030 gehen 10.000 Aniliner in den Ruhestand

BASF-Chef Martin Brudermüller hat im Oktober angekündigt, Ende 2019 werde die Beschäftigung unter dem Stand des Vorjahres liegen. Zum Ende des Jahres 2018 waren im Stammwerk 35.320 Mitarbeiter beschäftigt. Am weiter gefassten Standort Ludwigshafen waren es knapp 40.000. Dem Standort Ludwigshafen rechnet das Unternehmen neben der BASF SE, also dem Stammwerk des Chemiekonzerns, weitere Gruppengesellschaften in der Region zu – zum Beispiel die BASF-Lampertheim GmbH mit 850 Beschäftigten. Wegen der wachsenden Anzahl altersbedingter Abgänge im Stammwerk erwartet BASF-Arbeitsdirektor Michael Heinz auch langfristig einen Rückgang der Belegschaft. Bis 2030 werden 10.000 Beschäftigte in den Ruhestand treten. Denn die geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1969 – das sind die Vertreter der sogenannten Babyboomer-Generation – kommen ins Rentenalter. Die Anzahl der Renteneintritte geht steil nach oben. 2014 gingen rund 100 Aniliner in Rente. 2019 waren es rund 800.

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