WhatsApp-Einladungssystem
Was es mit dem Kettenbrief auf sich hat
Ja was ist denn schon wieder mit Whatsapp los? Ein Kettenbrief macht die Runde mit einem alarmierend klingenden Hinweis. „Falls es noch nicht bekannt ist: WhatsApp hat letzte Nacht seine Einstellungen upgedated ohne die Nutzer zu informieren!“, heißt es darin. Jeder könne von jedem beliebigen anderen – auch ohne dass man sich kennt – zu einer Gruppe hinzugefügt werden. Gewarnt wird vor dadurch möglichen dubiosen Angeboten wie Online-Wetten oder Krediten.
Großes Misstrauen
Whatsapp steht ja gerade in der Kritik, weil es neue Nutzungsbedingungen durchdrückt, deren Folgen schwer durchschaubar sind. Daher traut man der Facebook-Tochter auch weitere klammheimliche Schmutzeleien zu. Besagter Weckruf scheint jedenfalls vielfach weitergeleitet worden zu sein. Die Aufregung zeigt das Misstrauen, das dem auf Millionen Smartphones im Einsatz befindlichen Programm inzwischen entgegengebracht wird. Sie ist aber in diesem Fall übertrieben.
Die Spurensuche führt in die Datenschutzeinstellungen, über die ominösen drei Punkte rechts oben auf dem Bildschirm. Hand aufs Herz: Wann haben Sie sich zum letzten Mal dahin verirrt? So ist unter dem Punkt „Diese Personen können mich zu Gruppen hinzufügen“standardmäßig „Jeder“ vorgegeben. Schon länger, genauer seit dem Jahr 2019. Da führte Whatsapp nämlich überhaupt erst ein Einladungssystem mit der Möglichkeit ein, Einschränkungen zu machen. Man kann auch „Niemand“ oder „Meine Kontakte“ auswählen. Das war ausnahmsweise mal eine Änderung im Sinne der Nutzer.
Virusartige Verbreitung
Was für eine Ironie, dass das Unternehmen zwei Jahre später genau deswegen ins Zwielicht gerät. Die Moral von der Geschicht? Gesunde Skepsis ist im Internet nie verkehrt. Das gilt im Hinblick auf das Gebaren der mächtigen Konzerne, die uns nur Gutes versprechen; genauso gilt das aber auch für Botschaften, die sich virusartig über die Kommunikationsnetzwerke verbreiten. Erst prüfen, statt schnell weiterzuleiten. Und öfter mal in die Datenschutzeinstellungen schauen. Dort kann man seine Privatsphäre absichern – wenigstens ein bisschen.