Bahnverkehr Viel mehr Zusatzzüge im Weihnachtsverkehr
In den Fernzügen der DB beträgt die Auslastung laut Personenverkehrschef Berthold Huber derzeit im Schnitt zwischen 20 und 25 Prozent. Eine Infas-Umfrage habe ergeben, dass das Reiseaufkommen über die Weihnachtsfeiertage rund 60 Prozent geringer sein werde als sonst, der Anteil der Bahn an dem gesunkenen Aufkommen werde demnach in etwa konstant bleiben. Huber kündigte an, dass die DB trotz der absehbar geringeren Nachfrage so viel Züge anbieten werde wie noch nie. Möglich werde dies durch die Auslieferung von neuen ICE 4, von denen zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 15 Stück in Betrieb genommen werden. Dadurch verfüge man nun über erheblich größere Reserven als bisher, die für Zusatzkapazitäten im Weihnachtsverkehr genutzt werden sollen.
Schon mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember werde die Platzkapazität deutlich aufgestockt, und außerdem werden laut Huber speziell für den Weihnachtsreiseverkehr etwa doppelt so viel Zusatzzüge eingesetzt wie in den vergangenen Jahren. In der Zeit vom 18. Dezember bis zum 27. Dezember sollen alles in allem rund 100 Zusatzzüge fahren. Verkehrsspitzen werden dabei besonders für den 23. Dezember und den 27. Dezember erwartet.
Von Mannheim nach Berlin und Hamburg
Die Zusatzzüge, die derzeit erst teilweise in der Internet-Auskunft der DB zu sehen sind und gebucht werden können, sollen vor allem jetzt schon stark gebuchte Züge entlasten. Ein Beispiel dafür ist der ICE 72 um 15.16 Uhr ab Mannheim nach Hamburg, der jetzt schon den Warnhinweis hat „Im Verlauf der Reise werden voraussichtlich mehr als die Hälfte der Sitzplätze besetzt sein.“ Zur Entlastung fährt ein Zusatzzug IC 1884 (Mannheim ab 15.39 Uhr) von Karlsruhe nach Hamburg. Zusatzzüge nach Berlin fahren beispielsweise am 23. Dezember ab Mannheim um 15.46 Uhr und um 20.08 Uhr. Für die Zusatzzüge sind in aller Regel deutlich günstigere Sparpreis-Tickets erhältlich als für die stark gefragten Züge, die sie entlasten sollen.
Keine Reservierungspflicht
Eine Absage erteilten Huber und sein DB-Vorstandskollege Ronald Pofalla am Mittwoch erneut einer Reservierungspflicht. Huber sagte, er sei sich mit dem Fahrgastverband „Pro Bahn“ einig, dass eine solche Reservierungspflicht zu Verlagerungseffekten auf Regionalzüge führen würde und deshalb in puncto Infektionsrisiko-Minimierung mehr schaden als nutzen würde. Pofalla verwies darauf, dass sich die DB nicht nur mit der Bundesregierung, sondern auch mit den Nahverkehrsaufgabenträgern der Bundesländer in der Einschätzung einig sei, dass das offene System mit freiem Zugang aller Züge in Deutschland ebenso erhalten bleiben solle wie in der Schweiz und in Österreich.
