Deutsche Bahn
Vertrag von Bahnchef Richard Lutz wird offenbar verlängert
Mehr Züge, mehr Fahrten: Den milliardenschweren Angebotsausbau bei der DB will der Bund fortsetzen – trotz des Einbruchs der Fahrgastzahlen in der Corona-Krise. Und diesen Kurs soll wohl die bisherige Führungsspitze weiterführen. Verträge mehrerer Vorstände sollen verlängert werden, darunter der von Bahnchef Richard Lutz, der aus der Pfalz stammt. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) seien sich darüber einig. Dies wurde der Deutschen Presse-Agentur in Regierungskreisen bestätigt. Die endgültige Entscheidung trifft der DB-Aufsichtsrat, in dem allerdings der Bund als Alleineigentümer das Sagen hat. Die Bundesregierung strebt an, dass die Anzahl der Bahn-Fahrgäste 2030 doppelt so hoch sein soll wie 2015. Die Bahn spielt eine wichtige Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, damit Klimaziele im Verkehrsbereich erreicht werden können.
Lutz ist seit 1994 bei der DB und seit 2017 Bahnchef
Lutz ist seit knapp vier Jahren Vorstandschef der DB. Der Vertrag des 56-Jährigen soll um fünf Jahre verlängert werden. Vertragsverlängerungen soll es auch für die Vorstandsmitglieder Ronald Pofalla (Infrastruktur) und Berthold Huber (Personenverkehr) geben, hieß es. Der frühere Kanzleramtsminister Pofalla, der in diesem Jahr 62 wird, soll bis zum Erreichen der Altersgrenze im Vorstand bleiben. Die Verträge der drei wären in gut einem Jahr ausgelaufen.
Richard Lutz ist als Sohn eines Pfälzer Eisenbahners in Landstuhl geboren und im westpfälzischen Kindsbach aufgewachsen. Termine für einen Besuch als Bahnchef in seiner Westpfälzer Heimat waren bereits mehrfach angesetzt, wurden dann aber stets abgesagt, zuletzt wegen der Corona-Krise. Lutz ist seit 1994 bei der DB tätig und wurde im April 2010 zum Vorstand Finanzen und Controlling berufen. Im März 2017 wurde er Vorstandsvorsitzender.
