Meinung Verkauf von umstrittenem VW-Werk: Später, aber richtiger Schritt

VW ordnet sein Chinageschäft neu.
VW ordnet sein Chinageschäft neu.

Dass sich Volkswagen aus dem chinesischen Xinjiang, der Region der Uiguren zurückzieht, liegt am moralischen und nun auch am stärker gewordenen wirtschaftlichen Druck.

Jetzt auch also auch VW: Nach dem Ludwigshafener Chemieriesen BASF, der dies bereits im Februar angekündigt hat, trennt sich ein weiterer deutscher Weltkonzern von höchst umstrittenen Aktivitäten in Xinjiang. Im Falle der BASF soll ein Joint-Venture-Partner an der Unterdrückung der Minderheit der Uiguren in der chinesischen Region beteiligt gewesen sein. Die BASF teilte damals infolge öffentlichen Drucks mit, die Vorwürfe über den Partner mit Blick auf mögliche Menschenrechtsverletzungen hätten schwere Vorwürfe enthalten. Die deuteten auf Aktivitäten hin, „die nicht mit den Werten von BASF vereinbar sind“.

VW in China lange überheblich unterwegs

Für Großinvestoren wie Fonds spielt eine möglichst reine Weste der Unternehmen, in die sie ihr Geld fließen lassen, oft eine Rolle. Und VW, wie die BASF im Dax notiert, steckt ohnehin in der Krise. Lange war der Autobauer in China zu blauäugig unterwegs; als kenne der Absatzboom vor allem von Verbrennern in Asien kein Ende. Bei der E-Mobilität schlief VW auf dem Riesenmarkt zu lange, auch aus Selbstherrlichkeit. Chinesische E-Auto-Hersteller, vom Staat stark subventioniert, zogen an den lange erfolgsverwöhnten Wolfsburgern vorbei. Jetzt ist VW mitten in einer großen Konzernkrise dabei, das wichtige Chinageschäft neu aufzustellen. Da haben moralisch umstrittene und wirtschaftlich ineffiziente Werke wie das in Xinjiang keinen Platz mehr. Ein später, aber richtiger Schritt.

x