Frankfurter Börsen-Info
Trotz Konjunktursorgen: Deutscher Aktienindex auf Höhenflug
Haben die Anleger den Realitätssinn verloren oder sind die Konjunkturängste übertrieben? Am Freitag steht mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex ein wichtiger Frühindikator auf der Agenda. Mit Spannung erwarten die Finanzmärkte zudem Quartals- und Jahreszahlen großer Unternehmen wie Mercedes-Benz, BASF und dem US-Chipriesen Nvidia.
Steht die Euphorie an der Börse, wo trotz Krisen, Kriegen und Konflikten in der vergangenen Woche Allzeithochs erreicht wurden, im Widerspruch zum mauen deutschen Konjunkturausblick? „Ob die Aktienentwicklung angemessen ist oder nicht, lässt sich nicht an den Kursen, sondern nur an der Bewertung festmachen“, meint Experte Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).
„Keineswegs der Realität entrückt“
Angesichts einer Aufhellung der globalen Wirtschaftsperspektiven sei der Dax nicht nur fair bewertet, sondern habe trotz der jüngsten Kursrallye sogar noch Potenzial nach oben, so Reinwands Analyse. „Aktien sind also keineswegs der Realität entrückt.“
Ganz im Gegensatz zur Lage an den Börsen ist die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen seit Monaten mies. Ob sich daran etwas geändert hat, wird das Ifo-Geschäftsklima zeigen. Wegen der schwachen Lageeinschätzung rechnen Analysten damit, dass der Index im Februar zum dritten Mal in Folge sinkt. Allerdings dürfte bei den befragten Firmenlenkern der Ausblick etwas freundlicher ausfallen.
Angefacht wird die Börsenrallye von der Hoffnung auf sinkende Zinsen, aber auch von Unternehmenszahlen wie von denen des Chipherstellers Nvidia, der vom Boom rund um künstliche Intelligenz (KI) profitiert. Er legt am Mittwoch Zahlen vor. Außerdem öffnen Mercedes (Donnerstag), BASF, Telekom und Allianz (alle am Freitag) die Bücher.