Fragen und Antworten
Teelichter im Test: Was brennt denn da?
Teelichter begleiten die Haushalte seit Jahrhunderten. Ursprünglich dienten sie dazu, Tee warmzuhalten; später wurden sie zum festen Wohnaccessoire. Heute stehen sie millionenfach in Wohnungen, oft als günstige Großpackung aus einem großen schwedischen Möbelhaus. Doch ein aktueller Test zeigt: Die kleinen Kerzen können Schadstoffe freisetzen, verbrauchen Sauerstoff und bergen Brandrisiken. Zusätzlich entsteht teils unnötiger Müll durch Aluminiumhüllen, die oft nicht recycelt werden. „Öko-Test“ untersuchte Brennverhalten, Inhaltsstoffe, Flammenhöhe und Verpackungen von 24 Teelichtern. Das Ergebnis ist gemischt – gute Produkte gibt es, aber keine sehr guten.
Warum nutzen wir Teelichter so selbstverständlich?
Sie sind günstig, flexibel einsetzbar und seit Jahrhunderten vertraut. Ihre Geschichte beginnt im Stövchen unter Teekannen; heute schaffen sie Atmosphäre in Dekogläsern, auf Fensterbänken oder im Bad. Gerade im Winter werden sie zum Alltagslicht, das man fast nebenbei kauft.
Was wurde im Test untersucht?
„Öko-Test“ prüfte 24 Teelichter: 15 aus Paraffin, fünf aus Bienenwachs und vier aus Pflanzenwachsen oder Rest- und Abfallfetten. Die Labore analysierten Blei, Nickel und weitere mögliche Verunreinigungen. Zusätzlich bewertet wurden Brennverhalten, Flammenhöhe, Brenndauer sowie die Umweltwirkung der verwendeten Hüllen. Besonders Aluminium stand dabei im Fokus, weil es oft im Restmüll landet und selten recycelt wird.
Wie fällt das Gesamtergebnis aus?
Elf Produkte erreichen „gut“, keines „sehr gut“. Die restlichen schneiden mittelmäßig oder schlechter ab. Die Schwächen reichen von Schwermetallen über Paraffinverunreinigungen bei alternativen Wachsen bis hin zu Problemen mit Brenndauer und Flammenhöhe. Insgesamt ergibt sich ein durchwachsenes Bild.
Welche Schadstoffe wurden im Labor gefunden?
In vielen Produkten – vor allem in alternativen Wachsmischungen wie Bienenwachs oder Stearin – fanden die Testlabore teilweise deutlich erhöhte Mengen an Blei oder Nickel. Laut „Öko-Test“ können die beiden Stoffe beim Abbrennen der Kerze in die Raumluft übergehen. Nickel gilt als potenziell krebserregend, Blei kann die Nieren belasten und sich im Körper anreichern. Paraffinprodukte blieben im Schadstofftest meist unauffällig, zeigten jedoch andere Schwächen wie beispielsweise eine kurze Brenndauer.
Welche Risiken bestehen beim Abbrennen?
Teelichter verbrauchen Sauerstoff, können rußen, nachglimmen oder zu heiß werden. Im Test brannten einige Produkte kürzer als vorgeschrieben oder lieferten zu niedrige Flammen, was im Stövchen die Wärmewirkung beeinträchtigt. Kerzen sollten grundsätzlich nie unbeaufsichtigt brennen, immer auf hitzefesten Oberflächen stehen und Abstand zu brennbaren Materialien haben.
Wie lüftet man richtig?
Die Tester empfehlen, jeweils erst nach dem Erlöschen der Kerze zu lüften. Während der Brennzeit kann ein Luftzug Flammen destabilisieren, Rauch und Schadstoffe könnten in den Wohnraum ziehen und zusätzliche Feinstaubbelastung verursachen. Nach dem Ausmachen hingegen entfernt kurzes Stoßlüften Rückstände zuverlässig.
Warum sind Aluminiumhüllen ein Umweltproblem?
Die Hüllen gelten nicht als Verpackung und gehören daher (eigentlich!) nicht in den Gelben Sack. Viele Teelichthüllen landen aber im Restmüll und werden nicht wiederverwertet. Oft ist der tatsächliche Anteil von recyceltem Material unklar oder Verbraucher sollten daher Teelichter ohne Hülle bevorzugen, idealerweise im wiederverwendbaren Glasbecher; der Müll vermeidet und die Entsorgung vereinfacht.
Sind Raps- oder Bienenwachskerzen die bessere Wahl?
Bei den Bienenwachskerzen fanden die Labore teils Hinweise auf Paraffinverunreinigungen. Zudem wiesen einige alternative Wachse erhöhte Schwermetallwerte auf. Zwar sind sie oft nachhaltiger in der Herstellung, doch bei Reinheit und Schadstoffarmut schnitten sie nicht immer besser ab. Wichtige Hinweise bieten Herkunftsangaben und Gütezeichen. Umweltfreundlicher sind solche Produkte häufig durch ihre Verpackung, nicht zwingend durch das Wachs.
Und welche Produkte haben im Test überzeugt?
Zu den gut bewerteten Teelichtern zählen unter anderem Lichte Natural Lights aus Rapswachs sowie die Bienenwachskerzen von Steinhart. Im Bereich Paraffin erzielten etwa Ikea Glimma, dm Profissimo und Bella Casa von Müller gute Noten. Sie brannten zuverlässig, blieben im Schadstofftest unauffällig und erfüllten die Anforderungen der Praxisprüfung. Insgesamt zeigt der Test: Gute Teelichter gibt es durchaus – aber man sollte genauer hinsehen.
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