Verbraucher-Tipp
Pfefferkörner im Test: schwarz, scharf und problematisch
Schwarzer Pfeffer gehört zu den beliebtesten Gewürzen der Deutschen. Doch wie steht es um seine Qualität und unter welchen Bedingungen wird er angebaut? Ein aktueller Test von „Ökotest“ zeigt: Das Ergebnis ist durchwachsen. Nur fünf Bio-Produkte schneiden mit dem Gesamturteil „gut“ ab – bei konventionellen Pfeffersorten bleibt viel Luft nach oben.
Bio-Pfeffer vorn, aber auch nicht makellos
Für den Test wurden 21 Pfeffermarken untersucht, darunter zwölf Bio-Produkte und neun konventionelle. Nur fünf Bio-Pfeffersorten konnten einigermaßen überzeugen und wurden mit „gut“ bewertet:
- Alnatura Schwarzer Pfeffer (Sri Lanka)
- Dm Bio Schwarzer Pfeffer, Naturland (Tansania)
- Ener Bio Schwarzer Pfeffer, Naturland (Sri Lanka)
- K-Bio Pfeffer, schwarz (Vietnam)
- Sonnentor Pfeffer, schwarz, bio (Tansania)
Alle diese Produkte stammen laut „Ökotest“ aus Agroforstsystemen. Dabei wird der Nutzpflanzenanbau mit Forstwirtschaft und manchmal auch Tierhaltung kombiniert. Das habe Vorteile für Artenvielfalt und Bodenqualität und verbessere die Wachstumsbedingungen der Pfeffersträucher erheblich.
Pfeffer, kleine Körner mit großer Geschichte
Pfeffer ist mehr als nur ein Gewürz; er war einst eine begehrte Handelsware und wurde sogar mit Gold aufgewogen. Im Mittelalter galt er als Statussymbol und war so wertvoll, dass er als „schwarzes Gold“ bezeichnet wurde. Ursprünglich stammt Pfeffer aus Südindien, wo die Kletterpflanze an Bäumen emporwächst. Die Ernte ist mühsam: Arbeiter müssen bis zu sechs Meter hohe Ranken erklimmen, um die Pfefferfrüchte von Hand zu pflücken.
In der Antike war Pfeffer so kostbar, dass er als Lösegeld bei der Belagerung Roms durch die Goten im Jahr 410 gefordert worden sein soll; neben Gold und Silber verlangte der Gotenkönig Alarich demnach 3000 Pfund Pfeffer, damit er die Stadt verschone.
So viele Sorten: schwarz, weiß, grün und rot
Schwarzer Pfeffer entsteht durch das Trocknen der unreifen, grünen Früchte, während weißer Pfeffer aus den vollreifen Beeren gewonnen wird, die nach dem Einweichen von ihrer äußeren Hülle befreit werden. Grüner Pfeffer wird aus den noch nicht reifen Beeren der Pfefferpflanze (wissenschaftlicher Name: Piper nigrum) gewonnen. Roter Pfeffer bezieht sich oft auf getrocknete, reife Beeren der Pfefferpflanze oder auf rote Beeren anderer Pflanzenarten. Die Schärfe des Pfeffers kommt vom Wirkstoff Piperin – je höher der Gehalt, desto feuriger der Geschmack.
Pestizide und Mineralöle: Erschreckende Funde
Ein nicht unerheblicher Teil der von „Ökotest“ untersuchten Produkte zeigte bedenkliche Rückstände. Besonders alarmierend: In einigen Produkten wurden aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen, die möglicherweise krebserregend sind. In einigen getesteten Pfeffermarken wurden auch Spuren mehrerer Pestizide gefunden.
Selbst im Bio-Bereich waren einige Produkte mit sogenannten gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) belastet – wenn auch nur in geringerem Ausmaß. Diese Stoffe können sich im menschlichen Fettgewebe anreichern; die Auswirkungen sind laut „Ökotest“ unklar.
Fairness bei Bezahlung und Arbeitsbedingungen
Ein weiteres Problem offenbart sich bei der sozialen Verantwortung der Unternehmen. Die meisten Anbieter konnten „Ökotest“ zufolge keine glaubwürdigen Belege für existenzsichernde Einkommen oder faire Arbeitsbedingungen vorlegen. Die Nase vorne hätten Biomarken mit Naturland- und/oder Fairtrade-Siegel.
Ist ganzer Pfeffer besser als gemahlener?
Ganze Pfefferkörner bieten gegenüber gemahlenem Pfeffer klare Vorteile. Frisch gemahlen entfalten sie ihr volles Aroma, da ätherische Öle und das scharfe Piperin erhalten bleiben, während sie in Pulverform schneller verfliegen. Zudem sind ganze Körner deutlich länger haltbar. Wer Pfeffer erst kurz vor dem Würzen mahlt, sorgt für intensiveren Geschmack und optimale Schärfe. Durch die richtige Lagerung – dunkel, kühl und trocken – bleibt die Qualität zusätzlich erhalten.
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