Wirtschaft Streik bei SNCF trifft auch Pfalz

«Ludwigshafen/Paris.» Die Streiks bei der französischen Staatsbahn SNCF haben gestern nicht nur den Zugverkehr in Frankreich weitgehend lahmgelegt, sondern auch in der Pfalz für Zugausfälle gesorgt.
Von sechs Zugpaaren zwischen Frankfurt und Paris fielen gestern wegen des Streiks der französischen Eisenbahner vier aus – und zwar alle, die unterwegs außer in Mannheim auch in Kaiserslautern und Saarbrücken halten. Die Deutsche Bahn (DB) hatte angekündigt, sich um einen „Ersatz zwischen Mannheim und Saarbrücken“ zu bemühen. Diese Bemühungen waren aber offenbar nicht von Erfolg gekrönt; die Züge fielen ersatzlos aus – ebenso wie der TGV von Frankfurt über Mannheim und Karlsruhe nach Marseille. Betroffen war auch die Strecke zwischen dem südpfälzischen Winden und dem elsässischen Weißenburg. Die Züge der Regionalbahn-Linie von Neustadt nach Weißenburg fielen südlich von Winden aus. Zwischen Winden und Weißenburg wurde ein Busnotverkehr eingerichtet. Dagegen war die Linie zwischen Wörth und Lauterburg von dem Streik zunächst nicht betroffen. In beiden Fällen ist maßgeblich auch für den deutschen Teil der Strecke südlich von Wörth beziehungsweise Winden, ob die Fahrdienstleiter in Lauterburg und Weißenburg Dienst tun. Gestern streikte der in Weißenburg, der in Lauterburg dagegen nicht. Bisher liegen keine Informationen vor, wie es künftig aussehen wird. Derzeit soll der aktuelle Streik bis Donnerstag, 5. April, 8 Uhr, gehen. Der nächste ist für Sonntag, 8. April und Montag 9. April, vorgesehen. Die Ausflugszüge von Neustadt nach Straßburg und zurück fahren bis auf Weiteres nicht. Mehr als drei Viertel der SNCF-Lokführer streikten gestern, etwa jeder dritte SNCF-Beschäftigte blieb der Arbeit fern. Im Regionalverkehr fuhr nur etwa jeder fünfte Zug, Medien sprachen von einem „schwarzen Tag“ für Pendler. Die Gewerkschaften setzen auf eine Zermürbungstaktik: Sie wollen immer im Wechsel zwei Tage streiken und drei Tage arbeiten. Bis Ende Juni sind 36 Streiktage bei der SNCF angekündigt – parallel zur Parlamentsdebatte über die Bahnreform. Entscheidend dürfte nun sein, wie die Franzosen reagieren, wenn sich überfüllte Züge, Ausfälle und Staus häufen.