Mediennutzer-Tipp RHEINPFALZ Plus Artikel Streaming kindersicher machen

Gerade jüngere Kinder müssen davor bewahrt werden, sich für die unangemessene Inhalte auf Streamingplattformen anzuschauen.
Gerade jüngere Kinder müssen davor bewahrt werden, sich für die unangemessene Inhalte auf Streamingplattformen anzuschauen.

Neuer Leitfaden von klicksafe für Eltern mit vielen praktischen Anleitungen

Ludwigshafen. Kinder und Jugendliche nutzen Streamingdienste oft so wie Erwachsene – obwohl viele Videos und Serien nicht geeignet sind für sie. Ein neuer Leitfaden hilft Eltern, Netflix und Co. kindersicher einzurichten. Nach Einschätzung der EU-Initiative klicksafe, die in Deutschland von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen getragen wird, gehören Streamingdienste für viele Familien längst zum Alltag. „Dabei schauen natürlich nicht nur die Eltern, sondern viele Kinder sehen mit oder nutzen die Angebote sogar schon selbstständig“, erläutern die klicksafe-Experten.

Viele Kinder haben einen eigenen Fernseher

Streaming fast überall: Laut der JIM-Studie 2020 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest verfügen 84 Prozent der Haushalte, in denen 12- bis 19-Jährige aufwachsen, über ein Video-Streaming-Abonnement, das sind 11 Prozentpunkte mehr als 2019. 34 Prozent der jungen Leute haben ein eigenes TV-Gerät mit Internetzugang (plus 14 Prozentpunkte). Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendliche sieht bei Netflix regelmäßig Videos (59 Prozent), bei Amazon Prime schaut rund ein Viertel (26 Prozent) regelmäßig zu. Daraus folgern die klicksafe-Experten, dass Kinder und Jugendliche die Angebote je nach Alter „schon weitestgehend selbstständig“ nutzen oder sogar schon ihr eigenes Profil dort haben.

Beispiele in Text und Bild

Für Sicherheit sorgen: Für vier der Streamingdienste – Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und Joyn Plus+/maxdome – informiert der neue Leitfaden beispielhaft in Text und Bild, wie Eltern Jugendschutz-Einstellungen vornehmen können. So ist es etwa möglich, ein Kinderprofil oder einen Pin-Schutz für Filme mit Altersbegrenzung einzurichten. Bei Netflix lassen sich auch die Filme-Vorschau und die automatische Wiedergabe der nächsten Folge einer Serie deaktivieren – als Vorkehrung gegen Dauerberieselung. Amazon Prime Video ermöglicht die Vorgabe einer Kaufbeschränkung für Kinder. Der 18-seitige Leitfaden ist kostenlos abrufbar unter www.klicksafe.de.

Mit Kindern sprechen: Bei kindersicheren Einstellungen sollten es die Eltern allerdings nicht belassen, sondern sie sollten die Jungen und Mädchen beim Medienkonsum auch begleiten, rät die klicksafe-Initiative. Vor allem Jüngere benötigten Unterstützung, „um Gesehenes zu verarbeiten, auch wenn die Inhalte altersgerecht sind“. Nach Möglichkeit sollten Filme auch gemeinsam angesehen und anschließend mit den Kindern darüber gesprochen werden. Verändern Eltern eingestellte Altersbeschränkungen, etwa zum zwölften oder 16. Geburtstag, sollte ebenfalls darüber gesprochen werden. „Es ist wichtig, dass Kinder verstehen, dass es Altersbeschränkungen von Inhalten gibt, um sie vor beeinträchtigenden Inhalten zu schützen“, heißt es im klicksafe-Leitfaden.

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