Verbraucher-Tipp
Stiftung Warentest testet Diät-Shakes: Viel Hoffnung, wenig Qualität
Diät-Shakes gelten als bequemer Abkürzungsversuch nach den Festtagen: Pulver in Milch, Wasser oder Pflanzendrink, schütteln, fertig – und angeblich ersetzt das eine halbe Hauptmahlzeit. Stiftung Warentest (Heft 1/2026) hat solche Mahlzeitersatzprodukte untersucht: Von 20 getesteten Pulvern sind nur zwei gut, fünf befriedigend, elf ausreichend und zwei mangelhaft.
Abnehmen kann laut Warentest aber mit vielen der Shakes funktionieren – zumindest zu Beginn. Wer nach Anleitung zwei Hauptmahlzeiten pro Tag ersetzt, nimmt wegen der geringeren Kalorienzufuhr häufig zunächst ab. „Gerade am Anfang eines Diätvorhabens können sie motivieren“, sagt Ina Bockholt, Ernährungsexpertin bei der Stiftung Warentest.
Magen-Darm-Infekte nicht auszuschließen
Allerdings überzeuge die Qualität vieler Produkte nicht. Warentest fand bei mehreren Pulvern Schadstoffe, Keime oder Deklarationsfehler. „Bedauerlich ist die mangelnde Qualität vieler Produkte“, sagt Bockholt. Mehrere Pulver wiesen erhöhte Gehalte etwa an Chlorat oder Aluminium auf. In einem getesteten Pulver überschritt die Anzahl der Enterobakterien den Warnwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM); Magen-Darm-Infekte seien nicht auszuschließen. In einem anderen Produkt lagen Schimmelpilze über dem Richtwert der DGHM.
Auch die Kennzeichnung sei ein Schwachpunkt: Jedes zweite Produkt ist laut Test falsch oder unvollständig deklariert. Häufig wird mit Vanillebildern oder „Vanilla“ geworben, obwohl wenig oder gar keine echte Vanille enthalten ist; teils fehlen Pflichtangaben zur Anwendung.
Nur ein Baustein eines Diätplans
Testsieger ist der „Optifast Drink“ von Nestlé, sensorisch sehr gut, aber mit 2,87 Euro pro Portion das teuerste Produkt im Test. Der Zweitplatzierte von Layenberger kostet 67 Cent pro Portion und ist der günstigste Shake.
Bockholt betont, dass Diät-Shakes kein Zaubermittel sind. Sie wirkten nur als Baustein eines Diätplans mit ausgewogener, kalorienarmer Ernährung, ausreichend Ballaststoffen, genügend Flüssigkeit und Bewegung. Für den Dauereinsatz seien zwei Shakes täglich nicht gedacht. Ziel müsse der Umstieg auf eine insgesamt gesunde Ernährung bleiben. Schwangere sowie Kinder und Jugendliche sollten die Produkte nicht nutzen; wer starke Medikamente einnimmt, sollte vorher ärztlichen Rat einholen.
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