Wirtschaft Stabile Beschäftigung bei Abbvie

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Ludwigshafen. Ludwigshafen hat für den US-amerikanischen Pharmakonzern Abbvie strategische Bedeutung als Produktions- und als Forschungsstandort. Das Unternehmen geht derzeit davon aus, dass 2015 die Mitarbeiteranzahl von rund 1900 konstant bleiben wird.

Das sagte gestern der Abbvie-Deutschland-Geschäftsführer Friedrich Richter. Der Pfälzer Standort sei der zweitgrößte Standort des Konzerns weltweit, auch als Forschungsstandort. Hier arbeiteten heute mehr Menschen in der Forschung als zu BASF-Zeiten, sagte Richter. Abbvie ist Anfang 2013 als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen vom US-Pharmakonzern Abbott abgespalten worden. Abbott hatte 2001 die damalige BASF-Pharmatochter Knoll in Ludwigshafen übernommen. Vor allem wegen auslaufender Produktion und Verpackung für Abbott hatte Abbvie Anfang dieses Jahres angekündigt, bis Ende 2016 bis zu 200 Stellen in der Produktion abbauen zu müssen. Aus dem für dieses Jahr geplanten Abbau von 65 Stellen seien aber nur 45 geworden. Die Stellenstreichung verlaufe langsamer wegen einer größeren Auslastung der Produktion, sagte ein Unternehmenssprecher. Es habe keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben, und es werde 2015 auch keine geben, sagte er. Unterm Strich wird es dadurch aber nicht weniger Mitarbeiter geben. Richter äußerte gestern, derzeit gehe er davon aus, dass es 2015 konstant bei einer Mitarbeiteranzahl von 1900 in Ludwigshafen bleiben werde. Abbvie beschäftigt in Deutschland weitere 500 Mitarbeiter in Wiesbaden, weltweit sind es rund 21.000. Einen Umsatz- und Gewinnschub erwartet das Unternehmen von seinem neuartigen Medikament gegen die leberschädigende Viruserkrankung Hepatitis C. Für die USA erwartet Abbvie noch in diesem Jahr die Marktzulassung. Branchenexperten rechnen für Europa ab dem ersten Quartal 2015 damit und sehen ein hohes Marktpotenzial für das Mittel. Es wird geschluckt und soll wesentlich weniger Nebenwirkungen haben als andere Therapiemethoden. Die Abbvie-Forschung in Ludwigshafen habe einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Arzneiformulierung geleistet, sagte Richter. Dabei geht es darum, die Darreichungsform einer Arznei zu entwickeln, die die Wirkstoffe für den Körper am besten verfügbar macht. Der Standort Ludwigshafen werde auch an der Produktion und Verpackung des neuen Medikamentes beteiligt sein. Abbvie hat bis einschließlich September 2014 weltweit 14,5 Milliarden Dollar (11,7 Mrd Euro, plus 6,1 Prozent gegenüber Vorjahreszeit) umgesetzt. Davon entfallen alleine 9,2 Milliarden Dollar (7,4 Mrd Euro, plus 20,5 Prozent) auf das Rheumamedikament Humira, das wesentlich in Ludwigshafen entwickelt wurde.

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