Berufswelt RHEINPFALZ Plus Artikel So viele Berufspendler wie nie in Rheinland-Pfalz

Auch bei Daimler Truck in Wörth arbeiten viele Beschäftigte, die jenseits der Landesgrenze leben.
Auch bei Daimler Truck in Wörth arbeiten viele Beschäftigte, die jenseits der Landesgrenze leben.

Noch nie haben so viele Rheinland-Pfälzer in benachbarten Regionen gearbeitet wie 2025. Auch in umgekehrter Richtung verstärkte sich der Trend.

Von den knapp 1,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Rheinland-Pfalz pendelten im vergangenen Jahr gut 206.000 Männer und Frauen aus anderen Regionen ein. Das waren 1300 (0,6 Prozent) mehr als im Jahr zuvor. Die Anzahl der Einpendler steige seit 2003 fast kontinuierlich und habe nun „einen Höchstand erreicht“, teilte die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag mit.

Die meisten Pendler kamen dabei aus Hessen (63.000), gefolgt von Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland. Knapp 3600 Personen überquerten die deutsch-französische Grenze, um in Rheinland-Pfalz zu arbeiten.

Verarbeitendes Gewerbe an der Spitze

Unter den Einpendlern hatten laut BA-Regionaldirektion gut 58.400 Personen eine akademische Ausbildung, mehr als 100.000 verfügten über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bei den Branchen, in denen diese Menschen arbeiten, liegt das verarbeitende Gewerbe mit 22,6 Prozent aller Einpendler an der Spitze. Viele arbeiten auch im Handel (11,2 Prozent), im Gesundheits- und Sozialwesen (9,6) oder im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (9,6).

Wie bei den Einpendlern hat auch die Anzahl derer, die in Rheinland-Pfalz leben, aber in Nachbarregionen arbeiten, im vergangenen Jahr mit gut 355.600 einen Höchststand erreicht. Das waren gut 1000 (0,3 Prozent) mehr als noch 2024. Die meisten Auspendler fuhren zum Arbeiten nach Hessen (113.500). Mehr als 100.000 hatten ihren Arbeitsplatz in Baden-Württemberg, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und dem Saarland. Tatsächlich arbeiten noch mehr Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer jenseits der Landesgrenzen: Diejenigen, die im Ausland, etwa in Frankreich oder Luxemburg, beschäftigt sind. Für diese Gruppe verfügt die BA jedoch über keine Daten.

Arbeitsagentur sieht „zunehmende Dynamik“

Wie bei denjenigen, die über die Landesgrenze zur Arbeit nach Rheinland-Pfalz einreisten, arbeiteten auch die meisten Auspendler im verarbeitenden Gewerbe (17,6 Prozent). Viele von ihnen waren außerdem im Handel (12,2) oder im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (11) tätig. Knapp 98.000 Auspendler verfügten über eine akademische Ausbildung, was im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 3,2 Prozent bedeutet. Um knapp einen Prozentpunkt zurückgegangen ist die Anzahl derjenigen mit abgeschlossener Berufsausbildung (knapp 185.900).

Die BA-Regionaldirektion sieht die wachsende Pendlerzahl als Ausdruck einer „zunehmenden Dynamik“: Die Landesgrenzen stellten „immer weniger eine Barriere“ dar, in und um Rheinland-Pfalz steige die Bereitschaft, beruflich mobil zu sein.

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