Meinung
Sixt mit bahnbrechendem Konzept?
Sixt wirbt mit Gewerkschaftschef Claus Weselsky um Kunden und zieht seine Mietwagen an deutschen Bahnhöfen zusammen. Solange der Lokführerstreik dauert, dürfte das auch für einige Mietwagenbuchungen extra sorgen. Aber insgesamt wird der Effekt geschäftlich überschaubar bleiben. Wichtiger für den bayerischen Mobilitätskonzern ist schon, ob man die Preise wie geplant nach oben treiben kann und ob Geschäftsfelder wie Car-Sharing oder die noch neuere automobile Nutzungsform Autoabo die erhofften Wachstumseffekte haben.
Digitaltechnologisch vorn
Gegenüber der traditionellen Konkurrenz im Autovermietbereich hat Sixt dabei fraglos digitaltechnologisch die Nase klar vorn. Aber mit dem Duo VW/Europcar formiert sich nun ein Wettbewerber mehr als nur auf Augenhöhe. Der könnte in einem ersten Schritt die Preise für Autos aus dem VW-Imperium für Sixt erhöhen, um Europcar zu fördern. Elektromodelle könnte die künftige VW-Tochter bevorzugt erhalten, vor allem auch um eine neue zugkräftige Vertriebsschiene zu etablieren.
Rückschlag statt Spott?
Schon heute gilt Automieten vielfach als bezahltes Probefahren. Wobei VW auf diese Bezahlung nicht zwingend im renditestarken Umfang angewiesen ist, wenn dadurch im Hauptgeschäft mehr Autos verkauft werden.
Die Tage, als Sixt über Konkurrenten nur gespottet hat, könnten zumindest mit Blick auf VW und Europcar bald gezählt sein. Denn dieses Duo steht Sixt demnächst weltweit überall gegenüber.