Wirtschaft
Schlammschlacht bei Schramm: Führungswechsel
Im Familienkrieg der Unternehmerfamilie Schramm im nordpfälzischen Winnweiler ist Axel Schramm, nach einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Kaiserslautern aus seinem Amt als Geschäftsführer des Luxusbetten-Herstellers Schramm Werkstätten GmbH entfernt worden.
Wie das Unternehmen mitteilte, habe am Donnerstag Miteigentümerin Susanne Schramm die Arbeit als Geschäftsführerin aufgenommen. In den vergangenen Tagen war der Machtkampf offen ausgetragen worden. Zuvor hatten jeweils die Geschwister Axel und Susanne Schramm mitteilen lassen, alleiniger Geschäftsführer beziehungsweise alleinige Geschäftsführerin zu sein. Ein Sprecher des Landgerichts Kaiserslautern wollte gestern auf Anfrage keine Auskunft zu der Sache geben. Nach Informationen der RHEINPFALZ ist Axel Schramm, 63, aber tatsächlich als Geschäftsführer abgelöst.
„Eskalationen ein Ende gesetzt“
Die Schramm Werkstätten teilten am Donnerstag mit, „den Eskalationen von Axel Schramm“ sei nun ein Ende gesetzt worden. Susanne Schramm, 54, sagte, die Auseinandersetzung der vergangenen Tage sei unnötig gewesen und habe dem Unternehmen geschadet. „Mein Bruder hat mit seinem Verhalten deutlich gemacht, dass ein Führungswechsel und neuer Führungsstil bei Schramm unabdingbar sind.“
Sie kündigte in einer Mitarbeiterversammlung an, gemeinsam mit einem familienfremden Geschäftsführer das Unternehmen leiten und die führende Marktposition der Schramm Werkstätten ausbauen zu wollen. Der Name des Geschäftsführers wurde nicht genannt. Nach Informationen der RHEINPFALZ soll er trotz des Familienzwists weiter bereit sein, die Position zu übernehmen und in den nächsten Wochen in das Unternehmen eintreten.
Unzufriedenheit mit Führungsstil
Wie die RHEINPFALZ erfuhr, musste sich Susanne Schramm am Donnerstag gegen „gewisse Widerstände“ von Axel Schramm mit der einstweiligen Verfügung des Landgerichts Zugang zu den Geschäftsräumen des Unternehmens verschaffen. Hintergrund des Machtkampfs ist dem Vernehmen nach die Unzufriedenheit von Familiengesellschaftern mit dem Führungsstil von Axel Schramm, die nun zu seiner Ablösung führten. Axel Schramm hatte den Luxusbetten-Hersteller seit 1998 geführt und ist seit 2014 Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie.