Wirtschaft Ryanair bleibt fast ganz am Boden

Wegen eines Piloten-Streiks streicht Ryanair morgen rund 400 Flüge in Europa, darunter 250 von und nach Deutschland. Betroffen seien 55.000 Passagiere, sagte Marketingchef Kenny Jacobs gestern in Frankfurt.
Der einzige deutsche Flughafen, an dem morgen Maschinen des Billigfliegers starten, ist Baden-Baden. Die dortigen Piloten wollten den Arbeitskampf nicht unterstützen, teilte die Airline mit. Zuvor hatte die Pilotengewerkschaft Cockpit zu einem 24-stündigen Streik aufgerufen, der morgen um 3.01 Uhr beginnen und in der Nacht zu Samstag enden soll. Den von den Flugausfällen betroffenen Passagieren werde per E-Mail und SMS eine kostenlose Umbuchung angeboten, hieß es. Wer diese nicht in Anspruch nehme, bekomme die Ticketkosten zurückerstattet. Neben Reisenden, die morgen von einem der 15 bestreikten deutschen Flughäfen starten wollten, müssen auch einige Urlauber mit für morgen gebuchten Heimflügen umdisponieren. Laut Ryanair wurden alle Betroffenen vergangene Woche per Mail über den drohenden Streik informiert. Umbuchungen seien teils schon erfolgt. Ryanair-Manager Jacobs kritisierte die deutsche Pilotengewerkschaft Cockpit scharf dafür, dass sie den Streik erst gestern ankündigte. In Irland, Belgien und Schweden hatten die Piloten schon früher dazu aufgerufen, morgen die Arbeit niederzulegen. Cockpit verhandelt mit Ryanair seit über einem halben Jahr über den Abschluss eines Tarifvertrags. Bislang gibt es für die 480 deutschen Piloten der Airline keinen. Erst Ende 2017 hatte sich das Unternehmen bereit erklärt, überhaupt mit Gewerkschaften zu verhandeln. Cockpit wirft Ryanair vor, sich auf den Status quo festlegen zu wollen. Nötig sei aber eine „Verbesserung der Vergütungs- und Arbeitsbedingungen“. Flugreise-Tipp