Einzelhandel RHEINPFALZ Plus Artikel Ringen um Erhalt von Arbeitsplätzen bei Galeria Karstadt Kaufhof

Die Warenhäuser Galeria Kaufhof und Karstadt stehen in Trier direkt nebeneinander.
Die Warenhäuser Galeria Kaufhof und Karstadt stehen in Trier direkt nebeneinander.

Die am späten Montagabend von der Gewerkschaft Verdi unterbrochenen Verhandlungen mit Vertretern der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sind am Dienstag fortgesetzt worden. Ergebnis: offen.

Es ist ein Ringen um Standorte – vor allem aber ein Kampf um Arbeitsplätze: Es zeichnet sich ein Verhandlungsmarathon zwischen Verdi und den Vertretern der in schwere wirtschaftliche Turbulenzen geratenen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof ab. Derweil geht das Bangen weiter für die 35.000 Mitarbeiter. In der Pfalz ist der Konzern in Speyer und Landau vertreten. Er unterhält außerdem Geschäfte in Mannheim, Heidelberg, Worms und Mainz.

Verdi zufolge halten die Unternehmensvertreter „weiter an ihren Forderungen nach einem Kahlschlag“ mit dem Abbau von mehreren Tausend Arbeitnehmern fest. In den Gesprächen am Montag hätten sie „keinerlei Zukunftsperspektiven für das Unternehmen aufgezeigt“, teilte Verdi am späten Montagabend mit. Deswegen organisierte die Gewerkschaft für Dienstagmorgen eine Protestkundgebung der Verdi-Bundestarifkommission Galeria Karstadt Kaufhof in Köln, wo die Verhandlungen ab dem Mittag weitergeführt wurden.

Verdi will bundeseinheitlichen Sozialplan

Die zuständige Bundestarifkommission der Dienstleistungsgewerkschaft hatte die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite am späten Montagabend unterbrochen, weil diese sich „im Kreis gedreht“ hätten, sagte Günter Isemeyer vom Verdi-Bundesvorstand am Dienstag auf Anfrage. Es sei um einen Sozial-Tarifvertrag, die Bildung einer Transfergesellschaft für ausscheidende Mitarbeiter sowie einen „Tarifvertrag für gute und gesunde Arbeit“ gegangen. Laut Isemeyer drängen die Arbeitgebervertreter unter anderem auf einen eigenen Sozialplan für jeden Standort. Verdi will einen bundesweit einheitlichen Sozialplan für die Warenhauskette.

Laut Verdi stehen 80 von bundesweit 172 Häusern vor der Schließung. Tausende Arbeitsplätze seien gefährdet – obwohl der Konzern vor Weihnachten noch eine Standort- und Beschäftigungssicherung tarifvertraglich zugesichert habe. Das hatte Stefanie Nutzenberger, das für den Handel zuständige Verdi-Bundesvorstandsmitglied, vor Kurzem betont. Darin stehe schon sehr viel, was man machen könne, um die Häuser zukunftsfähig zu machen, sagte Isemeyer. Die Gewerkschaft will in den Verhandlungen auch erreichen, dass diese Dinge umgesetzt werden. Ein Investitionsplan, bei dem unterm Strich eine schwarze Null stehe, wie ihn der Konzern anstrebe, mache Galeria nicht zukunftsfähig, unterstrich Isemeyer.

Auch Le Buffet und Dinea gehören zum Galeria-Konzern

Nutzenberger, die aus Kaiserslautern stammt, hatte in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass die drohenden Standortschließungen auch erhebliche Auswirkungen auf die Innenstädte der jeweiligen Kommunen hätten. Oft besäßen die Kaufhäuser eine Ankerfunktion für den ortsansässigen Handel. Zu Galeria Karstadt Kaufhof gehören auch Karstadt-Sports, Karstadt-Feinkost, die Restaurants Le Buffet und Dinea, die Waren-Logistik und Reisebüros.

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