Geschäftszahlen Rheinmetall: Rüstung treibt Gewinn hoch

 Ein Schützenpanzer vom Typ Puma wird auf dem Erprobungsgelände des Unternehmens Rheinmetall in der Lüneburger Heide vorgestellt
Ein Schützenpanzer vom Typ Puma wird auf dem Erprobungsgelände des Unternehmens Rheinmetall in der Lüneburger Heide vorgestellt.

Die Auftragsbücher von Deutschlands Waffenfirmen dürften sich vor dem Hintergrund von Putins Angriffskrieg bald füllen. Rheinmetalls Chefetage schraubt deswegen ihre Geschäftsprognose nach oben.

Mit Militär-Lastwagen und Munition für die Bundeswehr will der größte deutsche Rüstungskonzern, Rheinmetall, schon in diesem Jahr kräftig Kasse machen. Mit Blick auf die Folgen des Ukraine-Kriegs sagte Firmenchef Armin Papperger am Donnerstag in Düsseldorf, dass man 2022 im Vergleich zum Vorjahr bei militärischen Gütern mit einem Umsatzplus von 20 Prozent rechne. Vor Kriegsbeginn hatte er nur 10 Prozent erwartet.

Deutschlands Waffenbranche stellt sich derzeit auf große Aufträge ein: Die Bundesregierung will 100 Milliarden Euro als Investitionspaket bereitstellen und den laufenden Verteidigungshaushalt aufstocken.

Überrascht vom Ukraine-Krieg

Papperger machte deutlich, dass auch ihn der Ukraine-Krieg überrascht hat: „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es so einen Konflikt noch geben würde.“ Er wies darauf hin, dass der Krieg in Osteuropa Defizite der Bundeswehr aufgezeigt habe. So habe die deutsche Armee im Ernstfall je nach Waffenart derzeit nur Munition für wenige Tage oder wenige Wochen.

Möglichst bald will Rheinmetall einige Produkte in die Ukraine exportieren. Papperger berichtete, dass man zum Beispiel Helme, Schutzplatten für Schutzwesten und ein Feldhospital angeboten habe.

Neueinstellungen geplant

Der Rüstungskonzern hat kräftige Wachstumsjahre hinter sich, in denen das Auslandsgeschäft der Motor war. Als Beispiele für den Stellenwert des Geschäfts mit anderen Staaten berichtete Papperger von einem sich anbahnenden Munitionsvertrag mit Ungarn, der 800 Millionen Euro einbringen soll, und von einer 120 Millionen Euro schweren Transportpanzer-Order aus Großbritannien.

Die Beispiele verdeutlichen, dass Rheinmetalls Geschäft dank der Auslandsnachfrage ohnehin brummt – jetzt kommt der Ukraine-Effekt als zusätzlicher Nachfrageschub hinzu. Bis zu 3000 Neueinstellungen peilt die Firma mit insgesamt 24.000 Beschäftigten an, mehr als die Hälfte davon in Deutschland.

Nettogewinn nach oben geschnellt

Der Blick nach vorne ist aus wirtschaftliche Gesichtspunkten also positiv für Rheinmetall, der Blick zurück ist es ebenfalls: Laut Geschäftsbericht für 2021 ist der Konzernumsatz im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent auf 5,7 Milliarden gestiegen. Das Betriebsergebnis (Ebit) erhöhte sich etwa um die Hälfte auf 608 Millionen Euro, der Nettogewinn schnellte sogar von einer Million Euro auf 332 Millionen Euro in die Höhe.

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