Wirtschaft Pfalz-IHK feiert mit Steinmeier und Dreyer 175-jähriges Bestehen auf Hambacher Schloss
Neustadt. Die Bedeutung der Wirtschaft als eine Voraussetzung einer funktionierenden Gesellschaft und als Plattform, auf der demokratisches Miteinander geübt wird, standen im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Momtag auf dem Hambacher Schloss. Dort feierte die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz ihr 175-jähriges Bestehen.
Der Begriff des ehrbaren Kaufmanns, der für langfristig angelegtes Handeln stehe und für Verlässlichkeit, der Vertrauen erringe und bewahre, klinge antiquiert, sei aber auch nach 175 Jahren topaktuell, unterstrich IHK-Präsident Albrecht Hornbach im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dessen Ehefrau Elke Büdenbender. Die beiden besuchen im Rahmen des Antrittsbesuchs des Staatsoberhaupts in Rheinland-Pfalz zwei Tage lang „besondere Orte der Demokratie“ und begannen ihre Tour gestern Vormittag auf dem Hambacher Schloss. Deswegen feierte die IHK auch gestern, exakt ein Jahr nach Steinmeiers Amtsantritt – und nicht am 30. April, an dem sich die Gründung der Kammer zum 175. Mal jährt.
BASF hat gesellschaftlichen Auftrag
Als großes Unternehmen mit 35.000 Mitarbeitern im Stammwerk Ludwigshafen habe die BASF einen gesellschaftlichen Auftrag, stellte Werksleiter und IHK-Vizepräsident Uwe Liebelt fest. „Wir sehen Größe auch als Verantwortung“, unterstrich er. Die Firma bringe die Menschen, die sie beschäftige, und deren Angehörige näher an Teilhabe heran. „Man muss jedes Quartal Zahlen abliefern. Aber man muss auch sagen, wir tun bestimmte Dinge, weil wir bestimmte Werte vertreten, nicht nur hier, sondern auch im Ausland.“ Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann hatte zuvor „ethisch begründetes wirtschaftliches Handeln“ gefordert. Dass Rheinland-Pfalz beim ehrenamtlichen Engagement in Deutschland Spitze sei, hob die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hervor: „Jeder zweite Rheinland-Pfälzer ist ehrenamtlich tätig.“ Auch die IHK Pfalz lebe vom und durch das Ehrenamt. Laut IHK-Präsident Hornbach engagieren sich in der Kammer mit ihren 79.000 Mitgliedsunternehmen 4500 Unternehmer ehrenamtlich. 2017 hätten sie 113.000 Stunden unentgeltlich gearbeitet.
Bundespräsident will Werbetrommel für berufliche Bildung rühren
Bundespräsident Steinmeier kündigte an, im Sommer „die Werbetrommel für die berufliche Bildung rühren“ zu wollen. Dabei würden er und seine Frau auch auf Ehrenamtliche treffen, die unverzichtbar in der Gesellschaft seien. „Herzlichen Dank für Ihren Einsatz, ohne Sie geht es nicht, machen Sie weiter so“, rief das deutsche Staatsoberhaupt den Vertretern der IHK Pfalz zu. Die Industrie- und Handelskammern trügen besondere Verantwortung für die Berufsbildung und damit für die Demokratie, betonte Steinmeier. Er erinnerte an die hohe Bedeutung des Exports für die deutsche Wirtschaft. Voraussetzung dafür sei fairer und freier Handel, für den von allen Akteuren akzeptierte Regeln gelten. Steinmeier: „Daran müssen wir nicht nur China, sondern auch unsere amerikanischen Partner erinnern.“ Die Exzellenz exportstarker Produkte hänge auch von lebenslanger Weiterbildung ab. Das dahingehende Angebot der IHK sei „sehr beeindruckend“. Am Freitag, 27. April, erscheint anlässlich des IHK-Jubiläums eine 20-seitige Sonderbeilage der RHEINPFALZ.