Wirtschaft
Pfälzer Wirtschaft: Stimmung auf einem Tiefstand
Die Stimmung unter den Pfälzer Unternehmen ist im Keller. Noch nie seit Erhebung des Pfälzer Konjunkturklimaindex durch die IHK gab es einen größeren Absturz als in diesem Frühjahr.
Wie die IHK für die Pfalz am Mittwoch mitteilte, fiel der Konjunkturklimaindex seit der letzten Umfrage zu Jahresbeginn um ganze 43 Punkte und ist damit so heftig abgesackt, wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2008. Das hat die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz bei 1200 Unternehmen in der zweiten Maihälfte ergeben. Der Index erreichte mit 70 Punkten den niedrigsten bisher gemessenen Wert. Nach Angaben der IHK ist der wirtschaftliche Einbruch damit noch härter als in der Finanzkrise 2008/2009. Damals war der Index von 101 auf 75 Punkte gefallen.
Der Index, der von 0 bis 200 reicht, ergibt sich aus der Einschätzung der Unternehmen sowohl zu ihrer Lage als auch zur erwarteten Geschäftsentwicklung. Stufen alle Betriebe beides als befriedigend ein, liegt der Index bei 100. Bewerten alle beides als gut, erreicht der Wert 200.
Mehrheit will Belegschaft halten
Laut IHK trifft der „Corona-Effekt“ nahezu alle Branchen schwer. Mehr als 40 Prozent der Betriebe klagen über eine schlechte aktuelle Geschäftslage. Speziell im Gastgewerbe sind es sogar nahezu 100 Prozent. Allerdings sieht auch knapp ein Viertel (23 Prozent) der befragten Betriebe über alle Branchen hinweg ihre Geschäftslage als gut. Für die kommenden zwölf Monate rechnet mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) mit einer ungünstigen Geschäftsentwicklung – allen voran Gastgewerbe und Handel. Ein Viertel der Unternehmen (26 Prozent) gibt an, um Entlassungen wohl nicht herumzukommen – zu Jahresbeginn sagten dies 16 Prozent. 65 Prozent der Betriebe plant jedoch, ihren Beschäftigtenstand beizubehalten.