Wirtschaft
Opel-Chef: „Batteriezellenprojekt für Kaiserslautern ein echtes Jahrhundertprojekt“
Wann soll Baubeginn sein, wann soll die Fertigung starten? Sollen die Batteriezellen nur Konzern-intern verwendet werden oder ist auch die Belieferung externer Kunden geplant?
Hier in Kaiserslautern wird ein echtes Jahrhundertprojekt entstehen. Dank Investitionen von rund 2 Milliarden Euro werden 2.000 Arbeitsplätze in Pfalz geschaffen. Schon im nächsten Jahr sollen die ersten Vorbereitungsarbeiten beginnen; ab 2023 wird das Projekt dann schrittweise drei Blöcke mit einer Kapazität von jeweils acht Gigawattstunden aufbauen. Rund eine halbe Million Fahrzeuge jährlich können somit zukünftig mit Batteriezellen „Made in Kaiserslautern“ versorgt werden.
Für Opel ist dieses Projekt nicht weniger als ein Meilenstein der Firmengeschichte. Und ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg, eine elektrische Automobilmarke zu werden. Die Umsetzung ist möglich, da hier alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um die Elektromobilität voranzubringen. Mein Dank geht daher auch an die Bundesregierung und das Land Rheinland-Pfalz, die uns unterstützen. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen wird Batteriezellen auch für Kunden außerhalb der Groupe PSA produzieren können – Kunden könnten auch andere Automobilhersteller oder –zulieferer sein.
Wie haben es PSA und Opel geschafft, dass die Standortentscheidung auf Kaiserslautern fiel?
Wir haben die vergangenen zweieinhalb Jahre genutzt, in Kaiserslautern Verbesserungen bei der Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen und den Standort fit für die Zukunft zu machen. Das hat natürlich sehr geholfen als die Entscheidung anstand, wo die Batteriezell-Produktion in Deutschland angesiedelt werden soll. Zudem gibt es eine ganze Reihe weiterer guter Gründe, die für Kaiserslautern gesprochen haben. Einer ist die gute Infrastruktur, ein anderer natürlich die Nähe zu Frankreich und die zentrale Lage in Westeuropa, wo viele PSA-Werke angesiedelt sind. Zudem gibt es am Standort Flächen, die sehr gut für das Projekt geeignet sind. Auch der hohe Anteil an erneuerbaren Energien hat für Kaiserslautern gesprochen. Und natürlich nicht zu vergessen: Vor Ort gibt es hervorragend ausgebildete Fachkräfte, die dieses wichtige Zukunftsprojekt umsetzen werden.
Wie viele neue Arbeitsplätze entstehen in Kaiserslautern?
Im Rahmen des geplanten Joint Ventures werden 2.000 Arbeitsplätze in Kaiserslautern entstehen. Mit der geplanten Batteriezell-Produktion wird sich Kaiserslautern vom klassischen Automobilstandort hin zu einem zukunftssicheren Standort für Elektromobilität wandeln. Darauf freuen wir uns sehr.
Wie hoch werden die Investitionen sein?
In das Projekt werden 2 Milliarden Euro investiert, um hier am Standort umweltfreundliche Batteriezellen für E-Autos herzustellen – und das höchst effizient. Das ist viel Geld, aber die absolut richtige Entscheidung, da es sich um ein strategisch sehr wichtiges Zukunftsprojekt handelt. Die Elektromobilität wird wachsen, da sie immens wichtig ist, um die zukünftigen CO2-Vorgaben einzuhalten. Das Know-how bei Batteriezellen in der eigenen Hand zu halten, ist aus meiner Sicht daher elementar. Denn die Batterie ist ein ganz, ganz wichtiges Element der Wertschöpfungskette beim elektrifizierten Auto. Das sieht im Übrigen auch die Politik so und unterstützt deshalb unser Milliardenprojekt in Kaiserslautern.
Wie ist die Perspektive für den bisherigen Opel-Standort mit Teile-, Komponenten- und Motorenproduktion, insbesondere mit Blick auf die Beschäftigtenzahl?
Unser Werk in Kaiserslautern als Standort für wichtige Komponenten spielt im globalen Produktionsnetz der Groupe PSA nach wie vor eine wichtige Rolle. Das wird auch in Zukunft so bleiben, denn auch in einigen Jahren werden hier weiter Zulieferteile hergestellt werden. Aus diesem Grund haben wir auch in der jüngeren Vergangenheit kräftig in das Werk investiert. Und wie bereits gesagt: Mit der nun geplanten Batteriezell-Produktion wird sich Kaiserslautern hin zu einem zukunftssicheren Standort für Elektromobilität wandeln. Kaiserslautern wird somit ein wichtiger Teil der Mobilitätswende sein.
Wie wird Opel 2019 weiter vorankommen, nachdem die Rückkehr auf die Erfolgsstraße als PSA-Tochter endlich gelungen ist?
Die Jahresergebnisse für 2019 stellen wir in knapp drei Wochen vor. Zum Halbjahr haben wir aber einen operativen Rekordgewinn von 700 Millionen Euro ausgewiesen. Das zeigt: Opel ist nachhaltig profitabel. Dass wir auch eine elektrische Marke werden, zeigen wir unter anderem mit der Batteriezellfertigung in Kaiserslautern. Bis 2024 werden alle Modelle auch in einer elektrifizierten Variante angeboten. Der neue Corsa-e und der Grandland X Hybrid4 haben bereits den Auftakt gesetzt. Und die wichtige dritte Überschrift unseres Comeback-Plans PACE! lautet „Opel wird global“. Wir setzen unsere ambitionierte Exportoffensive konsequent um und sind im vergangenen Jahr etwa auf den wichtigen russischen Markt zurückgekehrt. Weitere spannende Märkte werden wir schon sehr bald ankündigen. Wir haben Opel in allen Bereichen wetterfest und zukunftssicher aufgestellt. Diesen Weg werden wir weiter konsequent gehen. Opel bleibt also nachhaltig profitabel, elektrisch und global.