Meinung
Neuausrichtung des BASF-Stammwerks: Eine schwierige Operation
Der Ludwigshafener Chemiekonzern steckt in einem tiefgreifenden Wandel. Das zeigt sich vor allem am Ludwigshafener Stammwerk. Mit dem Krieg Putins in der Ukraine ist die jahrzehntelange, höchst lukrative Ära des billigen Gases für Deutschland endgültig Vergangenheit. Gas in Europa wird anhaltend teurer bleiben als vor 2022. Das drückt massiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der BASF. Im Stammwerk sind dadurch reihenweise Anlagen unrentabel geworden und werden geschlossen. Der größte Produktionsstandort der BASF weltweit steckt in den roten Zahlen. Da kann eine Unternehmensleitung nicht untätig bleiben. Das ist sie vor allem ihren Mitarbeitern, aber auch den Anteilseignern schuldig. Martin Brudermüller krempelt nun mit mehrere Sparwellen und strukturellen Veränderungen den Standort Ludwigshafen um. Zugleich ergreift er Wachstumschancen durch massives zusätzliches Engagement in China. Hier nichts zu tun, wäre ein Fehler. Dafür handelt er sich das Risiko ein, das eine Geschäftstätigkeit in einem autoritären Überwachungsstaat mit sich bringt, der Taiwan mit einem Krieg bedroht und der in einem heißen geopolitischen Konflikt mit den USA steht.