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Moderne Anlage in Mannheim: MVV recycelt Phosphor
Die Anlage im Mannheimer Norden ist in die bestehende thermische Abfallbehandlungsanlage (TAB) der Konzerntochter MVV Umwelt integriert. Sie soll Klärschlamm-Entsorgung mit Ressourcenschonung und Klimaschutz verbinden.
Phosphor wird etwa als Düngemittel-Bestandteil für die Landwirtschaft verwendet. Phosphorverbindungen (Phosphate) sind auch in Lebensmitteln enthalten. Auch für Akkus und in der Chemieindustrie werde Phosphor zunehmend wichtig, betonte die MVV. Bei weltweit schwindenden natürlichen Vorkommen steige der Bedarf. Ein Teil des wertvollen Rohstoffs stecke in kommunalen Klärschlämmen, die wegen der sonst enthaltenen Schadstoffe fast vollständig verbrannt würden, so die MVV. Phosphor gehe verloren.
6,4 Millionen Euro Förderung
Das Land Baden-Württemberg will den Stoff daher möglichst effizient in den Wirtschaftskreislauf zurückführen.
Baden-Württemberg sowie die EU fördern die Anlage auf der Friesenheimer Insel den MVV-Angaben zufolge mit rund 6,4 Millionen Euro. Die Anlage nutzt bis zu 1000 Grad heißes Rauchgas aus den Abfallkesseln der TAB, um die Rohr-Öfen zu erhitzen, so die MVV. Die durch die Verbrennung entstehenden Gase würden zurückgeführt, Schadstoffe abgeschieden und der Phosphor werde aus dem Klärschlamm gezogen. Bis zu 90 Prozent des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors würden so zurückgewonnen. „Mit der ersten kommerziellen Anlage ihrer Art in Deutschland, die Phosphor direkt aus Klärschlamm zurückgewinnt, erzeugen wir zugleich regenerative Energie für Strom und Fernwärme“, sagte MVV-Technikvorstand Hansjörg Roll am Mittwoch.