Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Michael Theurer: Liberaler mit Horb-Bonus

In der FDP sind engagierte Bahn-Experten rar. Michael Theurer hat immerhin als OB von Horb Affinitäten zum Schienenverkehr gezei
In der FDP sind engagierte Bahn-Experten rar. Michael Theurer hat immerhin als OB von Horb Affinitäten zum Schienenverkehr gezeigt.

Bei der FDP wimmelt es nicht gerade von ausgewiesenen Bahn-Experten. Michael Theurer bringt immerhin gute Voraussetzungen für das Thema mit.

Der neue Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) bemüht sich, dem Eindruck entgegen zu treten, dass er und seine Partei Politik nur für Autofahrer machen. Wissing betont die Bedeutung des Schienenverkehrs und hat sich klar zum geplanten Deutschland-Takt bekannt. Die FDP hat allerdings das Problem, dass sie – anders als etwa die Grünen – in ihren Reihen kaum bei dem Thema engagierte und profilierte Fachpolitiker hat. Wenn man dies in Rechnung stellt, ist die Entscheidung für Michael Theurer als Bahnbeauftragten eine gute Wahl.

Theurer gilt als umgänglich und sympathisch – anders als etwa sein Parteifreund Hans-Ulrich Rülke, gegen den er sich im November 2013 bei der Wahl zum FDP-Landesvorsitz in einer Kampfabstimmung durchsetzte. Affinitäten zum Schienenverkehr hat er vor allem in seiner Zeit als Oberbürgermeister von Horb gezeigt. Als langjähriger Gastgeber der Horber Schienentage könnte er einen Sympathiebonus auch bei Organisationen haben, die eher den Grünen als der FDP nahe stehen. Ähnlich sieht es mit seinem Engagement für den Ausbau der Gäubahn (Stuttgart–Singen) aus.

Das Thema Gäubahn dürfte ihm allerdings wohl bald weniger Freude (über kleine Fortschritte beim zweigleisigen Ausbau) als Kummer bereiten. Wegen der in diesem Punkt besonders verkorksten Planungen für das Projekt „Stuttgart 21“ wird die Gäubahn in den kommenden Jahren auf unabsehbare Zeit vom Stuttgarter Hauptbahnhof abgehängt; die Züge aus Horb enden dann im Vorortbahnhof Stuttgart-Vaihingen. Dieser „Erfolg“ dank des von der FDP stets befürworteten Stuttgarter Milliardengrabs müsste für einen früheren OB von Horb eine ganz bittere Erfahrung sein.

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