Meinung
Mühsame Suche nach dem rechten Weg
Die Suche nach einer Trasse für die wegen Kapazitätsengpässen auf Riedbahn und Main-Neckar-Bahn dringend gebrauchte Bahn-Neubaustrecke zwischen Mannheim und Frankfurt zieht sich schon rund 20 Jahre hin. Nun hat sich die Deutsche Bahn (DB) auf eine Vorzugsvariante festgelegt, die auf deutlich größere Akzeptanz stößt als vor knapp 20 Jahren die heftig umstrittenen Pläne des damaligen Bahnchefs Hartmut Mehdorn mit einem Bypass an Mannheim vorbei. Allerdings ist es bei solchen Projekten kaum möglich, sie so zu gestalten, dass nicht irgendwo irgendjemand dagegen ist.
Germersheimer Rheinbrücke hat Potenzial
Das Ausbauprojekt Mannheim–Karlsruhe befindet sich noch in einer viel früheren Phase. Bei der Suche nach einer Trasse für eine Neu- oder Ausbaustrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe wird es wohl auch (mindestens) eine linksrheinische Variante geben. Da die nördlichen Fixpunkte aber der Mannheimer Rangierbahnhof und das Ende der geplanten Neubaustrecke von Frankfurt bei Mannheim-Waldhof sind, ist es schwer vorstellbar, dass die günstigste Trasse zwischen Mannheim und Karlsruhe linksrheinisch verläuft und dafür zweimal den Rhein quert. Eine neue Trasse auf pfälzischem Gebiet ist deshalb sehr unwahrscheinlich. Viel eher könnte es passieren, dass die Rheinbrücke zwischen Germersheim und Graben-Neudorf verstärkt als Entlastungs- und Umleitungsstrecke genutzt wird – etwa von Zügen, die vom Ludwigshafener BASF-Kombiterminal kommen.
