Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar zum BASF-Stammwerk: Der Druck ist groß

Der BASF-Aufsichtsrat beschließt, als Teil der laufenden Effizienzmaßnahmen einen Vorstandsposten einzusparen. Und gleichzeitig
Der BASF-Aufsichtsrat beschließt, als Teil der laufenden Effizienzmaßnahmen einen Vorstandsposten einzusparen. Und gleichzeitig heißt es, Asien-Vorstand Sanjeev Gandhi scheide aus dem Unternehmen aus – angeblich auf eigenen Wunsch. Foto: BASF

Bei der BASF läuft ein Härtetest durch alle Ebenen: von den Fremdfirmen im Stammwerk bis hinauf zum Vorstand.

Programme zur Kostensenkung, Verkäufe und Zukäufe von Unternehmensteilen, Preisdruck auf Fremdfirmen im Stammwerk Ludwigshafen und ein harter Umgang auch mit Führungskräften bis hinauf in die oberste Ebene: Das läuft – sicher nicht nur – beim Chemiekonzern seit vielen Jahren so. Seit etwa einem Jahr ist der Druck wieder einmal besonders hoch. Die BASF steckt in der Flaute fest, Gewinn und Aktienkurs sind eingebrochen. In jüngster Zeit gab es immer wieder Klagen aus den Reihen der oberen Führungskräfte über einen zunehmend rustikalen Umgangsstil. Manchem werde das Ausscheiden aus der Firma nahegelegt. Angst gehe um. Das führe zu überangepasstem Verhalten. Und der Druck werde in vielen Fällen nach unten weitergegeben.

„Auf eigenen Wunsch“

Bisher hat Sanjeev Gandhi sich nicht über raue Umgangsformen bei der BASF beschwert. Und er wird es aus Loyalität zu seinem Noch-Arbeitgeber voraussichtlich auch nicht tun. Die BASF teilte vergangene Woche mit, der erst 52 Jahre alte Spitzenmanager werde das Unternehmen zum Jahresende verlassen. Der BASF-Vorstand werde „als Teil der laufenden Effizienzmaßnahmen“ zum 1. Januar 2020 von derzeit sieben auf sechs Mitglieder verkleinert. Das habe der Aufsichtsrat beschlossen. Und – welch glückliche Fügung – das Vorstandsmitglied Sanjeev Gandhi scheide Ende des Jahres „auf eigenen Wunsch“ aus dem Unternehmen aus. Die Effizienzmaßnahme passe zur Lebensplanung des Vorstandsmitglieds. Glücklicher Gandhi.

Für Fremdfirmen kein Trost

Bleibt die Frage, wie es in diesem Fall und in anderen Fällen des Weggangs von Spitzenpersonal zur Bildung des „eigenen Wunsches“ gekommen ist.

Bei der BASF läuft wieder einmal ein Härtetest durch alle Ebenen bis hinauf in die oberste Führungsetage. Für die unter Preisdruck geratenen Fremdfirmen, die Arbeiten im Stammwerk erledigen, dürfte das aber kein Trost sein.

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