Wirtschaft
Kommentar: Von Stabilität des Pfälzer Arbeitsmarkts nicht blenden lassen
Die Exporte stocken. Die Industrie steckt in der Flaute. Die Pfalz ist überdurchschnittlich stark von der Industrie und von Ausfuhren geprägt. Je länger die schwache Konjunktur anhält, umso größer wird die Gefahr eines Einbruchs am Arbeitsmarkt. Nach gut zehn Jahren Aufschwung sind die Vorboten des Unheils schon angekommen.
BASF streicht Stellen in Ludwigshafen
Der mit Abstand größte Arbeitgeber, die Ludwigshafener BASF, will bis Ende 2021 weltweit 6000 Jobs in der Verwaltung streichen, die Hälfte davon in Deutschland. Das heißt, jeder dritte der 9000 Verwaltungsjobs des Chemiekonzerns in Ludwigshafen ist bedroht. Die BASF, die fast alle Industriezweige beliefert, ist ein Frühindikator für das verarbeitende Gewerbe. Und sie ist ein Taktgeber für die Region. Viele Unternehmer registrieren genau, in welche Richtung die BASF marschiert und ziehen ihre Schlüsse daraus.
Auch Opel in Kaiserslautern baut Jobs ab
Der Kaiserslauterer Standort des Opel-Konzerns fährt seine Beschäftigung schon lange nach unten. In der jetzt von der Pfälzer IHK vorgelegten Liste der größten Arbeitgeber der Region taucht Opel auf Platz sieben mit 2210 Beschäftigten auf. Zuletzt war aber von nur noch rund 1800 die Rede. In längst vergangenen Glanzzeiten waren es bis zu 6000. Die politisch gewollte und wegen des notwendigen Klimaschutzes auch dringend notwendige Verkehrswende hin zur deutlich weniger arbeitsintensiven Elektromobilität wird noch viele Jobs gerade bei Zulieferern in der Region kosten. Auch Banken und Sparkassen streichen seit Jahren Stellen.
Unter dem Strich ist die Beschäftigung in der Pfalz noch sehr stabil. Viele Firmen leiden unter dem Fachkräftemangel. Aber diese Stabilität ist kein Selbstläufer. Wenn die Politik es versäumt, bei wichtigen Rahmenbedingungen wie Energiekosten, Steuerbelastung und Infrastruktur Deutschland international wettbewerbsfähig zu halten, dann wird das reihenweise Jobs kosten.