Wirtschaft Kommentar: Schritt nach vorne

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Die Heidelberg-Digitalstrategie scheint aufzugehen; die Produktnachfrage ist hoch. Auf die Beschäftigung wird sich dies aber kaum auswirken.

Mit einem großen Umbau hat der Traditionskonzern Heidelberger Druckmaschinen den Befreiungsschlag nach dem enormen Markteinbruch und den Auswirkungen der Wirtschaftskrise gesucht. Die neuen, digitalen Geschäftsmodelle und das Engagement außerhalb des klassischen Druckbereichs – so produziert der Konzern etwa E-Schnellladesäulen auch für Privatkunden – versprechen ein dauerhaftes Wachstum und deutliche Nachsteuergewinne nach vielen verlustreichen Jahren. Noch schlägt sich die digitale Transformation nicht signifikant in den Bilanzzahlen nieder. Die sind noch durch Restrukturierungskosten, Steuer- und negative Währungseffekte belastet. Doch Vorstandschef Hundsdörfer, der den Kurs seines Vorgängers Gerold Linzbach konsequent fortführt und ausbaut, versprüht Optimismus. Zum Leuchtturm der Industrie soll der Konzern werden. Eine Rolle, die die Heidelberger über Jahrzehnte innehatte. Ein großes Ziel, das sich der Konzern gesetzt hat. Die digitale Transformation, wie der Konzern den Umbau bezeichnet, hat das Unternehmen auf den Kopf gestellt. Und es hat in den vergangenen Jahren auch zum Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen geführt. Die Talsohle ist aber offenbar durchschritten. Der Wandel im Konzern und das prognostizierte Wachstum wird an manchen Stellen zu höherer Nachfrage an Arbeitsplätzen führen. Dies wird aber, das machte die Konzernspitze klar, unterm Strich nicht zu einem spürbaren Aufbau an Beschäftigung führen, sondern zu Verschiebungen. Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Die fortschreitende Digitalisierung wird bei Heidelberg keinen weiteren großen Stellenabbau auslösen.

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