Wirtschaft Kommentar: Lieber eingleisig fahren als sperren

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Jahrelange Bauarbeiten mit eingleisigen Abschnitten sind ein Ärgernis. Aber eine monatelange Streckensperrung wäre noch viel schlimmer.

Die jahrelangen Bauarbeiten auf der Ost-West-Hauptstrecke durch die Pfalz entwickeln sich immer mehr zu einem Dauerärgernis. Allerdings muss man anerkennen: Noch schlimmer als die Serie von Abschnitten mit eingleisigem Betrieb wäre eine monatelange komplette Sperrung der Strecke, wie es sie auf anderen Hauptlinien etwa zwischen Bamberg und Lichtenfels auf der ICE-Strecke von München nach Berlin gibt. Das immerhin soll den Bahnfahrern in der Pfalz erspart bleiben. Es ist auch richtig, dass versucht wird, möglichst wenig Züge ausfallen zu lassen, obwohl das einen pünktlichen Betrieb schwieriger macht. Ein vermeidbares Ärgernis ist dagegen, dass die Deutsche Bahn (DB) nun ausgerechnet in einer Phase mit häufigen Verspätungen die örtliche Aufsicht im Mannheimer Hauptbahnhof einspart. Zwar konnten die im Eisenbahnerjargon „Rotkäppchen“ genannten Mitarbeiter bei Verspätungen nicht jeden Anschluss retten, aber in Fällen, bei denen es auf der Kippe stand, ob der Anschluss knapp erreicht oder knapp verpasst wird, haben sie doch oft eine segensreiche Rolle gespielt. Dass sie in anderen Bahnhöfen wie Stuttgart erhalten bleiben, deutet darauf hin, dass der DB Mannheim entweder nicht wichtig genug ist oder die Lage dort als nicht so brisant wie in Stuttgart eingeschätzt wird. Grund für die Sparmaßnahme sind die finanziellen Nöte des DB-Fernverkehrs, für die nicht zuletzt die Bundesregierung verantwortlich ist. Besonders absurd ist, dass der DB-Fernverkehr zum „Dank“ für seine vorbildliche Pionierrolle beim Ökostrom-Einsatz von der Bundesregierung mit Zusatzkosten bei der Ökostromumlage „belohnt“ wurde.

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