Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Kampf gegen Teuerung: EZB-Währungshüter auf dem richtigen Pfad

Im Büroturm der Europäischen Zentralbank in Frankfurt werden wichtige Zinsentscheidungen getroffen.
Im Büroturm der Europäischen Zentralbank in Frankfurt werden wichtige Zinsentscheidungen getroffen.

Die EZB tut gut daran, weitere Zinserhöhungen zu vertagen. Denn Inflationsbekämpfung hat ihren Preis.

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht seit vielen Monaten entschlossen gegen die Inflation vor. Seit Juli 2022 feuert sie mit einer beispiellosen Serie von Zinsanhebungen gegen die Teuerung. Und kann inzwischen Erfolge aufweisen. Die Inflationsrate ist zwar immer noch zu hoch, sie ist aber klar in den Sinkflug übergegangen.

Der Kampf gegen die übermäßige Teuerung hat allerdings ihren Preis. Höhere Zinsen verteuern Kredite, das bremst die Nachfrage und kreditfinanzierte Investitionen. Beides belastet die Wirtschaft und schwächt die Konjunktur. Das ist auch gewollt, sonst würden die hohen Teuerungsraten nicht abgebremst. Die Leitzinspolitik der EZB ist damit sicherlich einer der Gründe für die aktuell schwächelnde deutsche Konjunktur. Doch die Bekämpfung der Inflation muss in Kauf nehmen, dass die Wirtschaft auch einen deutlichen Dämpfer erhält. Das ist der Preis der Inflationsbekämpfung. Auch deshalb ist Inflation so gefährlich ist.

Auch jetzt macht die EZB alles richtig. Sie hat aktuell keinen Grund für eine weitere Zinserhöhung, denn die Inflationsrate ist bereits klar rückläufig. Die Wirkung von Zinserhöhungen stellen sich erst mit Zeitverzug ein. Deshalb ist es jetzt klug, die eingetretene Wirkung weiter abzuwarten, zumal die Zeichen auf allmähliche Besserung hindeuten. Ein weiterer Zinsschritt zur jetzigen Zeit würde die Wirtschaft klar über Gebühr belasten.

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