Innenstädte
Kammern in der Region sorgen sich um Zukunft der Stadtzentren
Die Kammern Pfalz (Ludwigshafen), Rhein-Neckar (Mannheim), Darmstadt und Rheinhessen (Mainz) haben sich zusammengetan, weil ihnen die Entwicklung der Innenstädte Sorgen bereiten. Das von ihnen entwickelte Leitbild, das am Donnerstag präsentiert wurde, richtet sich an Kommunal-, Landes- und Bundespolitik – und hätte eigentlich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier überreicht werden sollten, doch der sagte den Termin ab. Die Präsentation hingegen fand statt. „Die Situation unserer Innenstädte hat sich in den vergangenen Monaten zugespitzt. Bereits vor der Corona-Pandemie hat ein Transformationsprozess eingesetzt, der seit dem Frühjahr 2020 massiv beschleunigt wurde“, stellte der Präsident der IHK Pfalz, Albrecht Hornbach, fest. Er verwies auf die Konkurrenz auf der grünen Wiese, verändertes Kaufverhalten, den demografischen Wandel und vor allem den Internet-Handel, die in der Summe den stationären Einzelhandel, aber auch andere Unternehmen in den Innenstädten vor gewaltige Herausforderungen stelle. Diesen könne nur gemeinsam begegnet werden.
Vorschläge für fünf Themenfelder
Die Kammern haben fünf Themenfelder abgesteckt, in denen sie Ansätze zum Handeln sehen. Es gelte, in den Citys multifunktionale Räume zu entwickeln mit öffentlichen Einrichtungen, Kultur und ansprechender Architektur neben dem Handel, digitale Lösungen für Handel und Citys voranzutreiben wie beispielsweise flächendeckendes kostenloses WLan und dort, wo noch nicht vorhanden, sollten professionelles Citymanagement und Netzwerke etabliert werden. Die Quartiersentwicklung solle personell und finanziell gefördert und die Erreichbarkeit der Innenstädte gesichert werden. Die richtige Mischung sichere die Vielfalt und damit Attraktivität der Zentren.
Die Kammern regen unter anderem an, Eigentümer von Innenstadtimmobilien gezielt anzusprechen und zu motivieren, ihre Gebäude attraktiv zu gestalten. Dafür müssten unter anderem investitionshemmende Bauvorschriften konsequent gestrichen werden. Wichtig sei auch, die City-Logistik für den Lieferverkehr zu optimieren. Auch befürchten die Kammern, dass der Green Deal die gute Erreichbarkeit der Zentren verhindere. Sie fordern unter anderem ein adäquates innenstadtnahes Stellplatzangebot sowie gut ausgebaute Radwege und die Einbindung des lokalen und regionalen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).