Auto-Test RHEINPFALZ Plus Artikel Hyundai Kona: Wenig Wischi-Waschi

Bereit für den Start: Kona-Lenkrad.
Bereit für den Start: Kona-Lenkrad.

Im Automobildesign hat es schon immer gegensätzliche Richtungen gegeben: Mal war Wohlgerundetes modern, mal das Kantig-Zackige. Es gibt auch noch andere Strömungen: klare fließenden Formen, die wie eine rollende Skulptur wirken – derzeit etwa von Mercedes gepflegt, oder eher verspielte Blickfänge mit historischem Hintergrund, wie sie bei Mini ins Auge fallen.

Beim Hyundai Kona ist eine Mischung aus beiden Tendenzen wahrzunehmen: Die Flanken sind eher geradlinig, wobei der dunkle überbreite Kunststoffschutz die Radkästen und Schweller betont. An Bug und Heck wurde Feinarbeit geleistet, etwa mit künstlerisch abgewandelten Unterfahrschutzelementen oder eingeprägten Kanten in die seitlichen Stützen des Dachspoilers, die Windschnittigkeit ausdrücken sollen.

Wie fühlt man sich in diesem Auto?

Das strahlende äußere Blau unseres Testwagens wich beim Einstieg per Druck auf den Türgriff, sofern man den Schlüssel in der Tasche hat, ausgeprägter Farblosigkeit im Inneren. Wie alles auf der Welt ist auch dies Geschmacksache, aber an trüben Tagen hätten ein paar Farbtupfer die Stimmung etwas aufhellen können.

Natürlich mangelt es in einem 1,57 Meter hohen und 1,80 Meter breiten Auto weder an Kopffreiheit noch an Schulterbreite, wobei die zu kurze mittlere hintere Kopfstütze die sichere Mitnahme eines Erwachsenen beeinträchtigt.

Welchen Antrieb hat das Auto?

Die Koreaner lassen den sparsamen Dieselmotor mit Hilfe eines sogenannten milden Hybrids noch geiziger mit dem teuren Saft umgehen: Über den Starter-Generator wird im Schub und beim Bremsen Energie gewonnen und in einer kleinen 48-Volt-Batterie zwischengespeichert, um den Strom mit einer Zusatzleistung von 16 PS/12 kW beim Anfahren und Beschleunigen kraftstoffsparend einzusetzen – bescheiden gekennzeichnet mit 48-V-Plaketten an den vorderen Radkästen. Allein mit Elektrizität kommt dieser Kona nicht voran. Die Gänge unseres Testwagens wechselte eine siebenstufige Doppelkupplung zum Aufpreis von 1900 Euro gegenüber der Sechsgang-Schaltung. Wenn das Start-Stopp-System den Motor ausgeschaltet hat, kann es beim Ampelstart zu kleinen Zögerlichkeiten kommen – allerdings nicht länger, als ein Mensch zum Kuppeln und Gang Einlegen brauchen würde.

Was bietet dieses Auto?

Die Vordersitze lassen sich belüften und beheizen – man lebt angenehm im Kona: Auch das Lenkrad ist beheizbar. Erfreulicherweise macht Hyundai das in Mode gekommene Wischi-Waschi und Tippsi-Tappsi am Bildschirm nicht mit und hat einen Großteil der Schalter und Knöpfe in eine Reihe darunter und ans Lenkrad verlagert. Das dient der Sicherheit während der Fahrt, weil der Mensch am Steuer weniger abgelenkt wird.

Jenseits der Ladekante in 70 Zentimetern Höhe erstreckt sich der Boden des Stauraums topfeben und lässt sich durch Klappen der hinteren Lehnen leicht ansteigend stufenlos verlängern. Darunter liegt ein Fach für Kleinkram, noch eins tiefer in der ursprünglichen Ersatzradmulde die Mildhybrid-Batterie.

Wozu ist das Auto besonders geeignet?

Im Geschwindigkeitsbereich bis 130 km/h zeigte sich der Dieselmotor gut gedämmt und wurde meist von den Windgeräuschen überlagert. Das Fahrwerk mit seinen großen 17-Zoll-Rädern ist gut abgestimmt – eine Mischung aus Komfort und Stabilität.

PLUS UND MINUS

Gute Geräuschdämmung, reichhaltige Ausstattung, übersichtliche Bedienungselemente. – Mittlere Kopfstütze hinten zu kurz, Innenraumgestaltung düster.

Autogramm

Hyundai Kona 1.6 CRDi Mildhybrid Trend

Typ: Kompakt-SUV; Preis: 30.200 Euro; Länge: 4,17 m; Breite: 1,80 m; Höhe: 1,57 m; Radstand: 2,60 m; Leergewicht: 1460 kg; Zuladung: 420 kg; Kofferraum: 374 Liter; Sitze: 4+1; Tankinhalt: 50 Liter; Motor: Diesel-Vierzylinder; Hubraum: 1598 ccm; Leistung: 136 PS/100 kW; max. Drehmoment: 320 Nm bei 1750-2250 U/min; Getriebe: Siebengang-Doppelkupplung; Spitze: 190 km/h; 0 auf 100 km/h: 10,3 Sekunden; Normverbrauch (WLTP): 5,2 Liter Diesel, CO2: 136 g/km, Testverbrauch: 5,7 Liter.

Einen weiteren Testbericht zu Hyundai lesen Sie hier

Schönes Blau: der Kona-Testwagen mit Dieselmotor.
Schönes Blau: der Kona-Testwagen mit Dieselmotor.
 Passabler Stauraum.
Passabler Stauraum.
x