Frankfurter Börsen-Info RHEINPFALZ Plus Artikel Hoffnung auf eine Jahresendrallye

Der deutsche Leitindex Dax – hier der Schriftzug im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt – kletterte in der vergangenen
Der deutsche Leitindex Dax – hier der Schriftzug im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt – kletterte in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch.

Die geldpolitische Wende lässt weiter auf sich warten, Aktien stehen nach wie vor hoch im Kurs.

In der vergangenen Woche betitelte ein Analyst seine Prognose mit den Worten: Die geldpolitische Wende ist da. Genauer formuliert hätte es heißen müssen, dass die ersten Anzeichen für eine mögliche Wende am Horizont zu erkennen sind. Denn sowohl die amerikanische Notenbank, die das Volumen ihrer Anleihekäufe senken will, als auch die Ankündigungen der britischen Notenbank oder gar die Anhebung der Leitzinsen in Australien, Polen oder Tschechien sind nur kleine Schritte zurück zur Normalität. Vorerst zumindest werden Aktien „alternativlos“ bleiben, wie der Vermögensverwalter Fidelity unterstreich.

Selbst wenn die Leitzinsen ein wenig anziehen würden, so blieben doch die Renditen für die meisten anderen Anlageformen mager, vor allem weil die Inflationsraten weltweit nach oben zeigen. Zudem, so meint Chefvolkswirt Jörg Krämer von der Commerzbank, wird die Europäische Zentralbank (EZB) die Zügel weiter locker lassen, EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat eine Zinserhöhung im kommenden Jahr als „sehr unwahrscheinlich“ bezeichnet.

Hohes Niveau

Weil Aktien alternativlos sind und zudem die Unternehmen trotz aller Risiken nach wie vor ordentliche Gewinne einfahren und auch optimistisch nach vorne blicken, könnte die erhoffte Jahresendrallye an den Aktienmärkten starten. Antrieb könnte noch einmal von den Quartalszahlen kommen, die in dieser Woche unter anderen der Sportartikel-Hersteller Adidas, der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer oder der Versorger Eon vorlegen.

Skeptiker geben allerdings zu bedenken, dass die Kurse inzwischen schon ein hohes Niveau erreicht haben: Der deutsche Leitindex Dax kletterte in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch. Dennoch scheinen nach oben die Grenzen noch nicht ausgereizt zu sein. In den kommenden Wochen werden die Volkswirte und Analysten daher ihr Augenmerk weiter nach vorne richten – die Jahresprognosen für 2022 werden erstellt. Wie die Börsenprofis die Lage einschätzen, wird der ZEW-Index zeigen, der am Dienstag veröffentlicht wird. Am Tag darauf folgen die US-Inflationsdaten. „Die erhoffte Abschwächung der Inflation scheint sich vorerst nicht zu materialisieren“, sagt Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.

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